Thema der 25. Ausgabe Die Brunnen in Kalendergeschichten

Herbert Scharf
Laden ins Marktredwitzer Stadtarchiv ein zur Ausstellung „Rawetzer Kalendergeschichte(n) (von links): Sebastian Macht, Mary Möller-Hartung und Stadtarchivarin Edith Kalbskopf. Foto: /Herbert Scharf

Die „Rawetzer Kalendergeschichte(n)“ gibt es bereits seit 25 Jahren. Der Kalender ist für Stadtarchivarin Edith Kalbskopf „ein Stück niederschwellige Stadtgeschichte“.

Marktredwitz - Die große Eröffnung mit vielen Gästen, die die Verantwortlichen geplant hatten, konnte – wie derzeit so vieles – nicht stattfinden. So gaben Mary Möller-Hartung und die Stadtarchivarin Edith Kalbskopf den „Startschuss“ zur Ausstellung über 25 Jahre „Rawetzer Kalendergeschichte(n)“ im Stadtarchiv ohne Publikum. Die Schau informiert in großen Bannern über alle 25 Kalender, die bisher jeweils einen Aspekt von Marktredwitz in den Mittelpunkt gestellt haben. Die Idee dazu hatte Hanna Koob, die 1997 den ersten Kalender herausgegeben hatte. Thema der Premiere waren „Kommunbräu und Brauereien“, die es einst in Marktredwitz gab.

Akribische Sammlerin

Akribisch hatte Hanna Koob, die viel über Marktredwitzer Stadtgeschichte gearbeitet und veröffentlicht hat, dazu historische Fotos oder Drucke gesammelt. Und auf der Rückseite der Kalenderblätter informierten Details über die Geschichte der Brauereien, recherchiert von der Herausgeberin. Weitere Themen für die Rawetzer Kalendergeschichte(n) waren unter anderem Tankstellen, Schulhäuser, Villen, Türme, Industriebetriebe und der Markt.

Der letzte Kalender von Hanna Koob kam vor ihrem Tod im Jahr 2016 heraus. Sein Thema waren Erinnerungen an die 1960er-Jahre.

Schema beibehalten

Es war ein glücklicher Umstand, dass der Vorsitzende von MAKnetisch, Sebastian Macht, kurze Zeit später von einer Bekannten darauf angesprochen wurde, was denn nun künftig mit den Kalendern werde. Macht überlegte nur kurz. Zusammen mit Mary Möller-Hartung entschloss er sich, das Erbe anzutreten und – ohne Pause – weitere Kalender herauszubringen.

Ihre erste gemeinsame Veröffentlichung – „Marktredwitzer Türme“ – kam gut an und ermutigte die beiden. Nun liegt schon ihr sechster Kalender zum Thema „Wasser Marsch – Marktredwitzer Brunnen“ vor, den man bereits kaufen kann.

Strikt achten Sebastian Macht und Mary Möller-Hartung bei der Zusammenstellung der Kalender darauf, dass das Schema von Hanna Koob mit historischen Fotos und Erklärungen dazu beibehalten wird. Zusammen mit der Stadtarchivarin laden sie Interessenten zu einer Besichtigung der 25 Banner und der Kalender-Originale im Stadtarchiv in der Ottostraße ein.

Tradition weiter pflegen

Gleichzeitig appellieren sie an alle, die historische Fotos von Marktredwitz zu Hause haben, sich mit dem Archiv oder den beiden Herausgebern in Verbindung zu setzen. Denn sie wollen auch in den kommenden Jahren die Tradition pflegen und historische Winkel oder Themen von Marktredwitz mit den Kalendern ins Licht der Öffentlichkeit rücken. „Wir haben schon noch einige Ideen,“ verrät Sebastian Macht. Und er dankt allen, die in der Vergangenheit geholfen und Fotos gespendet haben, sowie natürlich dem Stadtarchiv.

„Die Kalender haben von Anfang an niederschwellig, aber deutlich Marktredwitzer Stadtgeschichte entwickelt“, sagt Stadtarchivarin Edith Kalbskopf. Durch sie befassten sich die Betrachter mit der Geschichte der Stadt. „Und es waren auch viele Bauwerke oder Sachen zu sehen, die man sonst nicht beachtet oder gekannt hätte. Deshalb sollte die Tradition noch lange fortgesetzt werden.“

 

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