Thiersheim: Weihnachtsmarkt entfällt Keine Budenstadt am neuen Marktplatz

So schön war’s vor zwei Jahren beim Thiersheimer Weihnachtsmarkt. Wie im vergangenen Jahr wird auch heuer der eintägige Markt entfallen. Foto: Florian Miedl

Schweren Herzens sagt der Thiersheimer Gemeinderat den Weihnachtsmarkt ab. Einen kleinen Trost gibt es doch: Am 12. Dezember soll bunte Beleuchtung für Stimmung sorgen.

Thiersheim - Er hätte so schön werden können und sollen, der Weihnachtsmarkt auf dem sanierten Thiersheimer Marktplatz. Doch knapp fünf Wochen vor dem Termin zog der Marktgemeinderat die Reißleine: Der Weihnachtsmarkt, der seit jeher immer am 12. Dezember über die Bühne geht, soll auch in diesem Jahr nicht stattfinden. Die Rätinnen und Räte reagierten damit auf die steigenden Inzidenzzahlen und die zu erwartenden strengen Auflagen. Das Votum fiel nicht einstimmig. Rolf Küstner (CSU) schlug vor, auf ein Signal aus München zu warten, wie mit derartigen Veranstaltungen umzugehen sei. „Die Leute warten darauf. Anderswo finden auch Märkte statt“, sagte er.

Sinn des Marktes nicht erfüllt

„Beißen wir in den sauren Apfel und sagen den Weihnachtsmarkt ab“, fasste Heinz Bauer (Aktive Liste) die Gefühlslage zusammen. „Abstände lassen sich unmöglich einhalten, wollen wir das riskieren?“, fragte Bauer. Dem schlossen sich die übrigen Räte an. Robert Lang (SPD) sagte, der Sinn eines Weihnachtsmarktes sei es, zusammenzukommen, miteinander zu reden und zu feiern. „Die aktuellen Bestimmungen sehen das Gegenteil vor. Damit ist der Sinn eines Weihnachtsmarktes nicht erfüllt“, sagte Robert Lang. Christine Medick (Aktive Liste) bat darum, mit der Absage nicht lange zu warten, „das spart uns viel Arbeit“. Gemeinderat und Vereinsvorsitzender Karl-Peter Mötsch (CSU) kündigte an, dass sich der TSV Thiersheim – egal, wie die Entscheidung auch ausgehe – nicht am Markt beteiligen werde. Und Dr. Hermann Schaffhauser ging davon aus, dass die Staatsregierung die Regeln verschärfen, wenn nicht sogar Märkte verbieten werde.

Als kleiner Trost bleibt den Thiersheimern, dass am Markttag, dem 12. Dezember, am Abend der Marktplatz wieder festlich illuminiert wird.

Wasser wird teurer

Die Gemeinde Thiersheim erhöht die Wasserpreise und die Grundgebühren. Der Kubikmeter Wasser kostet ab 1. Januar statt 1,40 nun zwei Euro. Die Grundgebühr für den gängigsten Zähler QN 2,5 steigt auf 69 Euro pro Jahr. Die Gemeinde begründet den Schritt mit steigenden Betriebskosten und rückläufigen Erlösen aus dem Wasserverkauf. „Eine drastische Preiserhöhung“, resümierte Robert Lang. Er bat darum, die Zahlen genau im Auge zu behalten und die Gebühren wieder zu reduzieren, sollte die Wasserversorgung Gewinne erzielen. Kämmerin Stefanie Stöhr stimmte zu: Die Wasserversorgung dürfe keine Gewinne erwirtschaften, aber sie müsse eben kostendeckend arbeiten. Die Betriebsführung bleibt vorerst in den Händen von Südwasser. Der Vertrag sei zwar gekündigt, aber die Gemeinde stehe vor einem neuen Abschluss. Die Frage von Gerhard Lang (SPD), ob denn das Angebot eines weiteren Versorgers eingeholt wurde, verneinte Bürgermeister Werner Frohmader. Lang bat darum, wenigsten ein Vergleichsangebot der ESM anzufordern. Dem will die Verwaltung nachkommen. Geschäftsleitender Beamter Martin Rogler hielt es aber für ausgeschlossen, dass zeitnah ein Vertrag zustande kommt.

Vertrag mit Fragezeichen

Mit dem Landkreis Wunsiedel wird die Gemeinde Thiersheim einen Kooperationsvertrag „ E-Rad-Stationen Fichtelgebirge“ eingehen. Es geht um die Errichtung und den Betrieb einer Radabstellanlage, die bereits an der Heide steht. Nahezu das komplette Gremium wunderte sich über die Vertragsmodalitäten. So schienen den Räten die Lasten sehr ungleich – zuungunsten der Gemeinde – verteilt. So habe die Kommune die Verkehrssicherung, die Stromkosten und die Versicherungen zu tragen. „Das war so nicht abzusehen“, sagte Martin Rogler. Während Robert Lang dafür war, die Entscheidung zu vertagen, um die Kosten zu recherchieren, erinnerte Karl-Peter Mötsch daran, dass die Gemeinde das Equipment komplett kostenlos zur Verfügung gestellt bekam. „Die Kosten für die Aufladung eines Fahrradakkus belaufen sich auf Centbeträge“, sagte Hermann Schaffhauser. „Das ist pillepalle.“ Und Margit Hofmann (Aktive Bürger) sagte, dass die Gemeinde durchaus ein paar Euro in die Hand nehmen könne, wenn sie Tourismus wolle.

Sportförderung
Die Gemeinde Thiersheim fördert die Sportvereine mit je 0,195 Euro pro Mitgliedereinheit. Damit erhält die Tunerschaft 1284 Euro und der TSV 886 Euro. Der Freistaat Bayern hatte während der Pandemie die Vereinsförderung verdoppelt. Davon sieht die Gemeinde ab. Das sei nicht mit dem Konsolidierungswillen in Einklang zu bringen, sagte Kämmerin Stefanie Stöhr.

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