Thierstein Kita-Erweiterung mit Hindernissen

Aufschluss über die wirtschaftlichste Variante zur Ertüchtigung des Kindertagesstättengebäudes solle nun eine Variantenuntersuchung durch den beauftragten Planer Christian Kropf liefern. Foto: Florian Miedl

Thierstein möchte das „Spatzennest“ vergrößern. Träger und Gemeinde sehen Bedarf, die Angaben unterscheiden sich aber. Außerdem gibt es noch Zweckbindungsfristen.

Arzberg - Der Ausbau der Kindertagesstätte „Spatzennest“ ist erneut Thema im Thiersteiner Gemeinderat gewesen. Wie Bürgermeister Thomas Schobert berichtete, hatte am 19. Juli im Rathaus ein Gespräch mit dem Träger der Kindertagesstätte, der Einrichtungsleitung, Vertretern der Gesamtkirchenverwaltung, dem beauftragten Planer Christian Kropf und der Kindertagesstättenaufsicht des Landratsamtes stattgefunden.

„Die ausgearbeiteten Erweiterungspläne für einen Hort sind durch das Landratsamt und den Architekten der Kirchenverwaltung eher kritisch bewertet worden“, teilte Bürgermeister Schobert mit. Da sich die von der Trägerschaft und der Einrichtungsleitung mitgeteilten Bedarfsangaben von denen der Gemeinde unterschieden, sich aus den Zahlen jedoch der notwendige Platzbedarf ergebe, sei man dahingehend verblieben, den Bedarf nochmals zu überprüfen, fasste der Bürgermeister das Gespräch zusammen. Anschließend sei erneut ein Gespräch mit dem Landratsamt zu suchen. Die Leitung der Kindertagesstätte „Spatzennest“ und der Verwaltungsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Martin Rogler würden sich diesbezüglich abstimmen.

Fördermittel als Hindernis

Weiter wies Bürgermeister Schobert darauf hin, dass bei allen weiteren Planungen zu beachten sei, dass auf dem Gebäudeteil der Krippe und auf dem Naturspielplatz, die beide mit Fördermitteln errichtet worden seien, noch erhebliche Zweckbindungsfristen lasteten. Allerdings seien für den Bereich des Kindergartens von Seiten des Landratsamtes mögliche Anpassungen an die aktuellen rechtlichen Vorgaben gesehen worden, sodass im Zuge der Planungen des Horts auch über bauliche Veränderungen am Kindergartengebäude beraten werden könnte.

Aufschluss über die wirtschaftlichste Variante zur Ertüchtigung des Kindertagesstättengebäudes solle nun eine Variantenuntersuchung durch den beauftragten Planer Christian Kropf liefern, stellte der Bürgermeister abschließend fest. Diese Studie des Architekten könne als Ergebnis den Teilabriss, die Aufstockung oder einen kompletten Neubau bringen, erklärte Thomas Schobert: „Wir hoffen jetzt aber auf eine zügige Lösung.“

Luftreinigungsgeräte für Schule

Für die Grundschule Thierstein werden nach Rücksprache mit der Schulleitung und entsprechender Beschlussfassung durch den Schulverband Thierstein-Höchstädt vier Luftreinigungsgeräte angeschafft. Dafür sei nach Antragsstellung ein Förderbetrag von bis zu 7000 Euro bewilligt worden, informierte Bürgermeister Thomas Schobert. Nachdem die Angebote für zuwendungsfähige Geräte eingeholt worden waren und nach einem Ortstermin in der Grund- und Mittelschule Marktredwitz, hätten sich die Verantwortlichen des Schulverbands Thierstein-Höchstädt für den Kauf von vier Geräten der Marke „Vallox air CAREs AC 1750“ inklusive Filterausstattung entschieden. Der günstigste Anbieter verlangt laut Thomas Schobert einen Gesamtpreis rund 18 000 Euro. Die Geräte würden rechtzeitig zum Schuljahresbeginn im Herbst im Schulgebäude bereitstehen. Das Gemeindeoberhaupt betonte, dass auch die Folgekosten der Geräte nicht zu vernachlässigen seien: Ein Filterwechsel würde pro Gerät mit rund 500 Euro zu Buche schlagen. Auf Nachfrage von Annemarie Riedel zur Lärmbelastung teilte Bürgermeister Schobert mit, dass man von 41 Dezibel ausgehen müsse.

Gemeinde plant Wärmekonzept

Der Markt Thierstein verfolgt den Gedanken, sowohl die öffentlichen Gebäude als auch interessierte Privathaushalte an eine ökologisch sinnvolle Energie- und Wärmeversorgung anzubinden. Bürgermeister Thomas Schobert informierte, dass hierfür denkbare Möglichkeiten ausgelotet werden sollten. Die Gemeinde habe aus diesem Grund bereits Kontakt mit der SWW Wunsiedel aufgenommen. Geplant ist demnach die Untersuchung beziehungsweise Entwicklung eines Wärmekonzeptes für den Bereich des Marktplatzes. An einem Beratungstermin – der Termin steht noch nicht fest – mit einem Mitarbeiter der SWW können auch die Fraktionsvorsitzenden teilnehmen, teilte Bürgermeister Thomas Schobert mit.

Einstimmig genehmigt wurde von den Thiersteiner Rätinnen und Räten der Bau eines Imbissstandes und von Toiletten auf dem Grundstück mit der Flurnummer 1596/4 in Schwarzenhammer.

Ebenfalls keine Einwände hatte der Gemeinderat gegen den Antrag auf erneute Verlängerung der Geltungsdauer der Baugenehmigung für den Neubau einer Fischereigerätehütte auf den Grundstücken mit den Flurnummern 1735 und 1738 im Ortsteil Schwarzenhammer.

Auftragsvergaben

Aus nichtöffentlicher Sitzung gab der Thiersteiner Bürgermeister folgende Beschlüsse bekannt: Die Zimmererarbeiten für die Sanierung der „Alten Schmiede“ wurden an die Firma Karl Roth Baumeister GmbH & Co. KG, Wunsiedel, vergeben. Genehmigt wurde vom Gemeinderat außerdem ein von der Firma Erd- und Tiefbau GmbH Ebersbach vorgelegtes Nachtragsangebot für die Abbrucharbeiten an der „Alten Schmiede“. Der Auftrag für die planerische Betreuung zur Schaffung der Breitbandleerrohrinfrastruktur im Zuge der Sanierung des Trinkwasser- und Abwasserleitungsnetzes wurde an das Büro Reuther Glasfaser GmbH, Bad Staffelstein, vergeben. Mit der Erneuerung der defekten Schaltstelle sowie der Beseitigung der Sicherheitsmängel an der Straßenbeleuchtungsanlage in der Hauptstraße 11 ist die Firma Bayernwerk Netz GmbH beauftragt worden.

Bürgermeister Thomas Schobert gab bekannt, dass die Gemeinde Thierstein noch Wahlhelfer für die Bundestagswahl am 26. September suche.

Gemeinderat Christopher Michael teilte abschließend mit, dass ihm aufgefallen sei, dass der Weg vom Forsthaus Richtung Hafendeck vom Regen ausgespült worden sei. Er regte an, dass sich der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen Gedanken bezüglich des Schutzes vor Starkregenereignissen machen sollte.

 

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