Thiersteiner Marktplatz „Alte Schmiede“ wird Schmuckstück

Herbert Scharf
Da tut sich was: In der unteren Etage der „Alten Schmiede“ sollen Gemeinschaftsräume entstehen, in den Obergeschossen Wohnungen. Foto: Herbert Scharf

Die Gemeinde feiert am Thiersteiner Marktplatz Richtfest. 2,4 Millionen Euro soll die Restaurierung des Gebäudes kosten. Es gibt eine hohe Förderung.

Thierstein - Seit Monaten wird mitten in Thierstein gebaut – am Freitag trafen sich die Verantwortlichen nun zum Richtfest. Das historische Gebäude am Marktplatz steht seit Jahren leer und verfiel immer mehr. Einst wurde darin geschmiedet, später gab es hier eine Tankstelle.

Vor einigen Jahren erstand die Gemeinde die „Alte Schmiede“, die schon lange kein Schmuckstück mehr war für den Thiersteiner Marktplatz. Zusammen mit dem Amt für Ländliche Entwicklung und dem Marktredwitzer Architekten Peter Kuchenreuther erstellte die Gemeinde eine neue Planung für das Gebäude. Und einen Finanzierungsplan. Denn der Umbau kommt auf immerhin 2,4 Millionen Euro. 90 Prozent davon bekommt der Ort allerdings erstattet. Die öffentliche Hand fördert die Sanierung.

Dachstuhl von 1725

Im April begann die Restaurierung. Zum Richtfest am Freitagmittag nun hieß Bürgermeister Thomas Schobert neben den beteiligten Handwerkern auch den Architekten Peter Kuchenreuther und Pfarrer Knut Meinel willkommen. Lange sei unklar gewesen, was mit diesem historischen Gebäude am Marktplatz geschehen solle, sagte Schobert. Der Dachstuhl stammte aus dem Jahr 1725. Das Gebäude selbst sei sicher noch älter. „Tanken beim Specht’n Heiner“ hieß es zuletzt, als in dem Haus eine Tankstelle untergebracht war.

Behindertengerecht mit Aufzug

Dann aber habe man Pläne geschmiedet für die Restaurierung des Gebäudes am Marktplatz. Helle Wohnungen sollten nun in den Obergeschossen entstehen. Die oberen Stockwerke seien behindertengerecht mit einem Aufzug zu erreichen, freute sich Schobert. Im unteren Geschoß entstünden Gemeinschaftsräume. Der Durchgang sei auch ein Weg zu dem Stellplatz für Wohnmobile.

Nur eine Mauer blieb stehen

Die Restaurierungsarbeiten seien sehr aufwendig gewesen, fuhr der Thiersteiner Bürgermeister fort. Nur eine einzige Mauer im Inneren sei stehen geblieben. Alle anderen habe man herausgenommen und erneuert. Schobert bedankte sich beim Amt für Ländliche Entwicklung für die Unterstützung und drückte den beteiligten Firmen sein Lob für ihre Arbeit aus.

Marode im Inneren

Architekt Peter Kuchenreuther schilderte die maroden Zustände des Gebäudes im Inneren. Mit der Renovierung werde nicht nur ein Haus wieder zum Leben erweckt, sondern es werde auch ein Mehrwert für die gesamte Kommune geschaffen. Das Richtfest sei „ein Meilenstein vor dem Winter“. Nun werde das Haus wetterfest gemacht, bevor es mit dem Bau weitergehe.

Die Glückwünsche der evangelischen Kirchengemeinde zum Umbau überbrachte Pfarrer Knut Meinel. Er verglich das Richtfest mit dem Erntedankfest. Die Geschichte des Richtfestes gehe bis ins Mittelalter zurück, erläuterte er. Früher seien zu diesem Termin die beteiligten Handwerker ausbezahlt worden. Meinl schloss ein Gebet an.

Zu Beginn hatte ein Zimmermann den Richtspruch verkündet und zufrieden festgestellt: „Die Planung wurde umgesetzt und dabei niemand verletzt.“

 

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