Tödliche Badeunfälle in Flüssen und Seen Wo Baden lebensgefährlich sein kann

Ein Taucher der Feuerwehr sucht nach zwei vermissten Mädchen, die am Mittwoch (16. Juni) im Fluss ein erfrischendes Bad nehmen wollten. Nun sind in den Niederlanden zwei Leichen entdeckt worden. Diese wurden am Wochenende an unterschiedlichen Stellen im Rhein-Mündungsarm Waal angeschwemmt. Foto: Roberto Pfeil/dpa

2020 sind 335 Menschen in Deutschland in Flüssen und Seen ertrunken. Wer etwa im Rhein schwimmen geht, begibt sich in große Gefahr, denn die Strömung ist tückisch. Vergangene Woche kam es zu einem tragischen Badeunfall in Duisburg.

Duisburg - Im vergangenen Jahr sind in Deutschland mindestens 378 Menschen ertrunken. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verloren in Binnengewässern mindestens 335 Personen (88 Prozent) ihr Leben.

„Flüsse und Seen sind nach wie vor die größten Gefahrenquellen. Nur vergleichsweise wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht. Das Risiko, dort zu ertrinken, ist deshalb um ein Vielfaches höher als an Küsten oder in Schwimmbädern“, warnt Achim Haag, Präsident der Wasserretter.

Zwei Wasserleichen in den Niederlanden angeschwemmt

Erst am Wochenende waren zwei Wasserleichen in den Niederlanden entdeckt worden. Ob es sich dabei um die 13 und 14 Jahre alten Mädchen handelt, die nach dem Baden bei Duisburg vermisst wurden, ist bisher noch unklar.

Die Leichen wurden an unterschiedlichen Stellen bei Rossum und Gendt im Rhein-Mündungsarm Waal angeschwemmt, wie mehrere Medien berichteten. Die Polizei Duisburg bestätigte am Montagmorgen lediglich den Fund.

Stundenlange erfolglose Suchaktion

Am vergangenen Mittwoch (16. Juni) hatten zwei Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren gemeinsam mit einer 17 Jahre alten Freundin bei Duisburg-Marxloh im Rhein gebadet. Plötzlich wurden sie unter Wasser gezogen. Menschen am Ufer, die Zeugen des Unglücks wurden, alarmierten die Rettungskräfte.

Feuerwehr, Polizei und DLRG-Retter starteten daraufhin eine stundenlange Suchaktion mit rund 160 Einsatzkräften, zwei Hubschraubern und mehreren Tauchern.

Aus der Luft wurde die 17-Jährige im Wasser gesichtet und mit einem Rettungsboot geborgen. Sie starb jedoch kurz danach trotz Reanimationsversuchen. Nach den beiden Mädchen wurde weiter gesucht, bei Dunkelheit mussten die Retter aber aufgeben. Die Chancen, die zwei Mädchen noch lebend zu finden, waren sehr gering.

29-Jähriger in Rheinberg-Orsoy ertrunken

Wenige Tage vor dem Badeunfall der drei Mädchen war ganz in der Nähe der Unglücksstelle in Rheinberg-Orsoy ein 29-Jähriger verunglückt. Der Mann war zum Schwimmen in den Fluss gestiegen und hatte nach wenigen Metern um Hilfe gerufen, wie die Polizei unter Berufung auf Zeugen mitteilte. Er habe noch versucht, sich ans Ufer zu retten, sei dann aber untergegangen und nicht mehr gesehen worden. Gefunden wurde die Leiche etliche Kilometer entfernt.

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