Königsetappe mit 5600 Höhenmetern
Die zweite Etappe hinauf in dem Radsport-Kultort hatte es in sich. Bei der Etappe mit etwa 5600 Höhenmetern - den meisten Höhenmetern bei dieser Tour - standen drei Anstiege der höchsten Kategorie an. Darunter die Kletterpartie zum Alpen-Giganten Col du Galibier, dem Dach der Tour mit einer durchschnittlichen Steigung von fast sieben Prozent auf 17,7 Kilometern. Oben auf dem Gipfel war Carapaz Erster und sicherte sich wichtige Punkte für die Bergwertung.
Währenddessen machte der Star Pogacar höchstselbst Tempoarbeit, um die Distanz von etwa viereinhalb Minuten zur Fluchtgruppe um Carapaz zu verkürzen. Der Titelverteidiger konzentrierte sich vor allem auf Helfer-Aufgaben für Kollege del Toro und schien weniger hungrig auf den 27. Etappensieg insgesamt. Am Vortag hatte er noch den Geschwindigkeitsrekord von Marco Pantani in Alpe d'Huez pulverisiert.
Sprinter Ackermann steigt aus
Zu dem Zeitpunkt war der deutsche Radprofi Pascal Ackermann, der sich in den Massensprints bei dieser Rundfahrt kaum zeigen konnte, schon bei der Tour raus. Beim Anstieg zum Col de la Croix-de-Fer war das Rennen für den Profi beendet.
Der sichtlich enttäuschte Pfälzer sagte dem ZDF: "Es hat heute halt einfach nicht gereicht." Bei der Etappe am Vortag habe er einen Team-Materialwagen am Berg überholen worden. Er sei am Vorderreifen hängengeblieben und habe sich dann "quer über die Motorhaube gedreht". "Das soll jetzt keine Ausrede sein. Die Beine waren leer. Aber das Knie kommt halt auch ein bisschen dazu."
Ende der Rundfahrt am Sonntag
Am Sonntag endet die 113. Frankreich-Rundfahrt in der französischen Hauptstadt. Allerdings anders als geplant: Wegen der schweren Waldbrände im Südwesten des Landes und der benötigten Rettungskräfte wird die letzte Etappe deutlich verkürzt und komplett in die Hauptstadt verlagert.
Statt 133 Kilometer stehen nur noch 89 an. Die Profis rollen in Paris los statt im Vorort Thoiry. Zwei zusätzliche Runden rund um die Champs-Élysées werden eingebaut, teilten die Veranstalter mit. Die drei Überquerungen des Montmartre-Hügels bleiben bestehen.