Tour zweier Fichtelgebirgler Spektakuläre Gratüberschreitung

Michael Meier

Mehr als 9 Stunden auf schmalen Bergkämmen und grandiose Ausblicke: Für Uwe Haubner und Horst Schmidt wird eine Tour in den Alpen über den Jubiläumsgrat zum unvergesslichen Erlebnis.

Uwe Haubner (links) und Horst Schmidt meisterten den legendären Jubiläumsgrat. Foto: pr.

Einen lang gehegten alpinen Traum haben sich zwei Marktredwitzer erfüllt: Der 61-jährige Uwe Haubner und sein ehemaliger Fußballtrainer Horst Schmidt (73 Jahre) meisterten den legendären Jubiläumsgrat, eine der imposantesten und anspruchsvollsten Gratüberschreitungen der Ostalpen.

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Der Aufbruch erfolgte am frühen Morgen an der Alpspitzbahn in Nesselwang. Gemeinsam mit ihren Bergführern ging es weiter zur Zugspitzbahn. Ein großer Vorteil: Dank der Führungsbegleitung durften die Alpinisten bereits um 7.30 Uhr mit der ersten Personalbahn zum Gipfel fahren – ein entscheidender Zeitvorsprung, denn bei diesem extrem langen Unternehmen spielt der Faktor Zeit die Hauptrolle.

Steile Leiter abwärts

Schon direkt nach dem Ausstieg aus der Gondel zeigte der Jubiläumsgrat sein ernstes Gesicht: Über eine fünf Meter lange, senkrechte Stahlleiter ging es abwärts zum Einstieg.

Nach dem Anseilen präsentierte sich den Bergsteigern ein atemberaubender Blick über die gesamte Route. Nach einem vergleichsweise gut machbaren Auftakt folgten rasch die ersten Kletterstellen im ersten und zweiten Schwierigkeitsgrad, bevor eine glatte Rinne (unterer dritter Schwierigkeitsgrad) als erste Schlüsselstelle volle Konzentration von den Bergsteigern forderte.

Ein stetiges Auf und Ab

In stetigem Auf und Ab arbeitete sich die Gruppe über das schmale Gratgelände vorwärts. Vorbei am Biwakplatz auf 2625 Metern ging es über luftige Scharten (Kletterpassagen bis C und 2 plus) zur Inneren Höllentalspitze (2737 Meter) und weiter zur Mittleren (2740) sowie Äußeren Höllentalspitze (2716). Den klettertechnischen Höhepunkt bildete der steile, ausgesetzte Anstieg auf die markante Vollkarspitze (Schwierigkeit D).

Dass der Grat keinen Raum für Unachtsamkeiten lässt, zeigte sich auch im weiteren Verlauf der Tour. Um das Zeitfenster nicht zu überschreiten, wählten die Bergsteiger an der Grießkarscharte (2463 Meter) den Abstieg über das Grießkar und den Nordwandsteig zum Osterfelderkopf. Das Ziel war klar gesetzt: Die letzte Talfahrt der Alpspitzbahn um 17.30 Uhr durfte keinesfalls verpasst werden, um nach der körperlichen Höchstleistung einen weiteren, mehrstündigen Abstieg ins Tal zu vermeiden.

Bergführer empfohlen

Nach rund neuneinhalb Stunden, etwa 1000 Höhenmetern im stetigen Gegenanstieg und etwa 13 Kilometern Gesamtdistanz – größtenteils auf nur 40 bis 80 Zentimeter breiten Wegen – erreichten die beiden Fichtelgebirgler mit ihrer Gruppe glücklich und wohlbehalten die Bergstation.

Ein Fazit der beiden Bergfreunde: „Eine solche Tour verlangt absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, alpines Kletterkönnen sowie eine hervorragende Kondition. Ein erfahrener Bergführer ist für den Jubiläumsgrat – nicht zuletzt wegen der anspruchsvollen Wegfindung – absolut empfehlenswert.“