Trailrunning 150 Trailrunner trotzen der Sommerglut

Natur pur – der Frankenwaldtrail besticht durch seine Schönheit, aber auch durch seinen Anspruch. Auf laubbedecktem Untergrund gilt besondere Vorsicht. Foto: Peter Hofmann

Geländeberglauf in gleißender Sommerhitze – so gestaltet sich dieses Jahr der Frankenwaldtrail. 30 „Verrückte“ gehen beim Lauf der Crazy Runners sogar auf die Langstrecke von 53 Kilometern.

Erschwerte Bedingungen beim diesjährigen Frankenwaldtrail der Crazy Runners in Geroldsgrün. Organisation und Strecken sind wie gewohnt top, doch die extreme Hitze hat den ein oder anderen geübten Läufer wohl bewogen, die zwar äußerst schöne, jedoch ebenso extreme Herausforderung in diesem Jahr nicht anzunehmen. Deswegen feiert der Ultra Trail eine etwas unterbesetzte Premiere. Trotzdem sind bei hochsommerlichen Temperaturen immerhin 150 Teilnehmer auf den Trails durch den Frankenwald.

„Mit der Vorverlegung der Startzeiten haben wir der Wärme ja noch etwas entgegensteuern können“, so Markus Franz von den Crazy Runners. „Einige sind zwar abgesprungen, aber wir hatten auch noch einige Nachmeldungen, sodass sich das Teilnehmerfeld schon im Rahmen der Voranmeldungen bewegt hat.“

Dabei ist der Short Trail über knapp 15 Kilometer und 500 Höhenmeter mit 70 Teilnehmern fast genauso besetzt wie im vorigen Jahr. Weniger Starter verzeichnen der Long Trail (30,3 km, 1 030 Hm) mit 40 Läufern und beim erstmals angebotenen Ultra Trail (53 km, 2 200 Hm) gibt es auch weniger Starter als erhofft. Gerade der lange Kanten hat es so schon in sich, steigt durch die hohen Temperaturen aber nochmals im Anspruch. „Durch den hohen Waldanteil der Strecke gab es natürlich viele Passagen im Schatten. Durch den frühen Start konnte man die ersten drei Stunden auch richtig gut laufen. Aber so ab 10.30 Uhr hat sich die Luft so sehr erwärmt, dass der Schatten nicht mehr viel genutzt hat. Da war es schon sehr heiß“, bemerkt der Rehauer Peter Hofmann, der als einer von 30 Startern die Teilnahme an dieser Premiere dennoch nicht bereut. „Als ich das gelesen habe, wollte ich da gleich mitmachen. Ich bin schon einiges gelaufen, aber diese Strecke hat es in sich.“

Dabei unterstreicht Hofmann, der demnächst auch den Zugspitz-Ultra und den Great Escape in den belgischen Ardennen, laufen will auch die Vorzüge des Frankenwaldtrails. „Sehr schöne Single-Trails und Waldpfade, gut laufbare Passagen, aber auch unheimlich knackige Anstiege und die dazugehörigen Abstiege“, schwärmt der Rehauer Ultraläufer von der Strecke. „Vor allem schöne kurze Intervalle. Nicht so wie beispielsweise im Harz, wo es lange Anstiege hoch geht, sondern knackig steil hoch, runter, hoch, runter. Das war eine schöne Frequenz. Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei.“

Bei den Crazy Runners hofft man, dass sich der Reiz des neuen Ultra Trails weiter herumspricht und die Teilnehmerzahl im kommenden Jahr etwas steigt. „Wir haben auf jeden Fall noch Potenzial nach oben. Im nächsten Jahr wollen wir gerne mehr wie 30 Leute auf die Strecke schicken, um den schon beträchtlichen Aufwand zu rechtfertigen“, so Franz. „Das geht los beim Ausmähen, Ausschildern und Markieren. Und während der Veranstaltung sind auch an die 60 Helfer an den Verpflegungspunkten und im Start-Ziel-Bereich im Einsatz. Ohne die gute Zusammenarbeit mit dem TSV Dürrenwaid könnten wir das gar nicht stemmen.“

Gerade die Verpflegungspunkte alle sechs Kilometer auf der Laufstrecke waren in Anbetracht der Sommerhitze dieses Mal besonders wichtig. „Zudem waren auch zwischen den Verpflegungspunkten an Abzweigen zusätzliche Wasserdepots aufgestellt, an denen man sich versorgen konnte. Also die Verpflegung war ausgezeichnet“, unterstreicht Hofmann die gute Organisation.

„Das Feedback von den Teilnehmern war sehr gut. Auch von den Kollegen aus der fränkischen Schweiz, die ja auch einen eigenen Ultra-Traillauf haben“, ist auch Franz mit der Resonanz auf den neuen Ultra Trail zufrieden. „Die naturnahe Strecke kam prima an – schön zu laufen, sehr anspruchsvoll. Klar, es war wirklich extrem heiß, aber wenn es regnet oder schlechtes Wetter ist, dann ist es auch nicht ideal.“

Trotzdem gibt es Gedankenspiele, am Lauf, der markante Punkte des Frankenwalds wie Schiefertisch und Hahnenkamm verbindet, etwas zu ändern. „Wir hatten einige Rückmeldungen, das unser Termin vielleicht nicht der glücklichste war, weil zeitgleich oder zeitnah andere Läufe stattfinden“, so Franz. „Überschneidungen gibt es immer, aber wir überlegen, den Frankenwaldtrail nächstes Jahr in den Mai zu legen.“

Autor

 

Bilder