Trauer um den Wunsiedler Heinrich Benno Schäffler Abschied von einem Freund

Heinrich Benno Schäffler war ein engagierter Theologe und begeisterte sich für die Kommunalpolitik. Foto: Florian Miedl/Florian Miedl

Der Wunsiedler Altbürgermeister Karl-Willi Beck und Monsignore Heinrich Benno Schäffler waren viele Jahrzehnte gute Freunde. Beck erinnert sich an diese Zeit, die von vielen Ereignissen geprägt war.

Wunsiedel - Tief betroffen zeigte sich der Wunsiedler Altbürgermeister Karl-Willi Beck über die Nachricht vom Tod des Wunsiedler Ehrenbürgers Heinrich Benno Schäffler. Beck und Schäffler waren seit vielen Jahrzehnten eng befreundet. „Ich kannte Heinrich Benno Schäffler schon als kleines Kind, denn unsere Familien waren gut bekannt, und er war früher auch des Öfteren bei uns in Sinatengrün zu Gast. Zuletzt war er mit seiner Nichte Angelika im Oktober letzten Jahres hier.“ Es sei schade, dass Corona vieles nicht möglich mache, „denn Heinrich Benno Schäffler hätte einen wirklich großen Abschied verdient. Aber es ist, wie es ist.“

Beck erinnert daran, dass Schäffler neben seinem umfangreichen theologischen Wirken immer auch der Kommunalpolitik zugewandt gewesen sei. „Dabei suchte er immer das Positive, das sich aus den einzelnen Entwicklungen ergab. Es interessierte ihn, was an Neuem gerade entstand und in welche Richtung die Planungen gingen. Deshalb habe ich außer den Cabriolet-Fahrten zum Wiesenfest häufiger mal mit ihm eine Runde durch die Stadt gedreht. Er war stets hocherfreut über die neuen Entwicklungen.“

Der Altbürgermeister hebt hervor, dass Schäffler selbst 18 Jahre Stadtrat gewesen sei. In dieser Zeit habe er viel zum heutigen Stellenwert der Kunst und Kultur in Wunsiedel beigetragen. „An der Spitze dieser Entwicklung stehen natürlich die Luisenburg beziehungsweise die Luisenburgfestspiele.“

Heinrich Benno Schäffler habe als Christ eine große soziale Ader gehabt, die der Stadt zugute gekommen sei, als er die Heinrich-Benno-Schäffler-Stiftung gründete und mit zwei Mehrfamilienhäusern ausstattete. Der Erlös der Stiftung komme immer sozialen Einrichtungen zugute.

„Heinrich Benno war ein Freigeist und ein überzeugter Demokrat. Gerade als es 2004 darum ging, den Nazis in Wunsiedel die Stirn zu bieten, habe ich mehrmals das Gespräch mit ihm gesucht, und er hat mich immer wieder bestärkt für unseren Kurs. Beck erinnert sich noch gut an den legendären Sitzstreik 2004. „Angesichts der vollen Polizeimaschinerie hinter und den Nazis vor uns hörte ich hinter mir die vertraute Stimme: ,Keine Angst Herr Bürgermeister, ich stehe hinter dir!’“

Beck weiter: „Ich möchte es rundherum so beschreiben: Durch die Freundschaft zu ihm und den Austausch mit ihm habe ich in meiner Bürgermeisterzeit viele positive und konstruktive Schübe erhalten. Gleichzeitig habe ich nie die Demut vergessen, die er als Monsignore und Mensch immer vermittelte.“

Natürlich werden laut Beck nun viele in Wunsiedel und darüber hinaus um Heinrich Benno trauern; „dazu gehöre auch ich“. Aber zu dieser Trauer gehöre auch das Bewusstsein, dass er sein 93 Jahre währendes Leben lang Wunsiedel und die Menschen in der Stadt und der Region segensreich und zukunftsorientiert begleitet habe. „Darüber dürfen wir uns freuen und dankbar sein. Und genau das ist bestimmt auch in seinem Sinne in diesen Tagen...“ red

 
 

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