"Mittlerweile entdecken auch die Schulen Jugger für sich", sagt der Schulbegleiter an der Saale Schule Halle, Felix Puhlmann. "Die Schüler lernen spielerisch einen guten sozialen Umgang, gleichzeitig wird das Konfliktpotenzial unter den Schülern entschärft."
Ein Spieler erklärt, warum er gerade Jugger spielt: "Ich habe schon verschiedene andere Sportarten ausprobiert, Fußball und Handball zum Beispiel. Aber da ist es oft langweilig, weil sich meistens nur zwei Spieler einer Mannschaft mit dem Ball beschäftigen. Beim Jugger hat dagegen jeder im Team unmittelbar eine Aufgabe und ist ständig gefordert."
Eine kleine Szene mit großer Turnierlandschaft
Die Juggerszene in Sachsen-Anhalt ist klein und konzentriert sich vor allem auf Halle. Mit "Anima Equorum", dem Jugendteam "Anima Lupi" und "Jugglers Jugg" gibt es drei hallesche Teams. In Magdeburg ist mit "Blut der Studenten" ein weiteres Team in der bundesweiten Jugger-Datenbank registriert.
In Halle wird Jugger seit 2010 gespielt. 2015 wurde der JuggerSportHalle e.V. gegründet. Gottschalt ist einer der Gründungsmitglieder. Auch außerhalb Sachsen-Anhalts wird Jugger gespielt. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bilden im deutschen Wettkampfsystem eine Region.
Balz hält es für realistisch, dass sich nationale Verbände gründen. "Jugger könnte in rund zehn Jahren olympische Disziplin sein", sagt Balz. "Voraussetzung ist, dass die Sportart weltweit mindestens in 30 Ländern und auf drei Kontinenten etabliert ist."