Trockenheit und Erntearbeiten Mähdrescher wird Raub der Flammen

Auch am Samstag waren zahlreiche Feuerwehrleute aus dem Landkreis Kulmbach gefordert. Erneut waren bei Erntearbeiten Brände ausgebrochen.

Die Trockenheit und die laufenden Erntearbeiten halten weiterhin Feuerwehrkräfte im ganzen Landkreis Kulmbach in Atem. Am Samstagmittag brannten gleich an zwei Orten Felder. Bei Sessenreuth wurde dabei ein Mähdrescher ein Raub der Flammen. Die Ursache ist für die Polizei klar. „Das Übliche“, sagt ein Sprecher der Stadtsteinacher Polizeiinspektion. “Wahrscheinlich ein Stein im Schlagwerk. Ein Funke reicht da. Das ist wie eine Staubexplosion.“  Stundenlang haben zahlreiche Einsatzkräfte ihr Bestes gegeben, um die Brände zu ersticken und vor allem um ein Überspringen der Flammen auf benachbarte Wälder zu verhindern. Das ist gelungen. Allerdings haben die Wehrleute bei der drückenden Hitze alles geben müssen. Vor allem die Atemschutztrupps, die bei Sessenreuth die brennende landwirtschaftliche Maschine löschen mussten, haben bis zur Erschöpfung gearbeitet. Inzwischen, sagt Feuerwehrsprecher Yves Wächter, ist in den Einsatzfahrzeugen immer auch reichlich  Mineralwasser an Bord, damit die Helfer nicht dehydrieren.

Um 14.14 Uhr ertönte am Samstag der erste Alarm. Bei Hermes im Gemeindebereich Marktleugast war es bei Erntearbeiten zu einem Brand auf einem Feld gekommen.  Die Brandfläche konnte in diesem Fall mit etwa 500 Quadratmetern klein gehalten werden, weil Landwirte den Brandort sofort außen herum gegrubbert haben und so die Ausbreitung verhindert. Auch die Feuerwehr war schnell vor Ort und übernahm dann die weiteren Löscharbeiten.  Mit einem Tanklöschfahrzeug fuhren  die Kräfte das Feld ab und löschten gleichzeitig. „Im nahen Wald haben wir noch einzelne Glutnester gefunden“, berichtet Yves Wächter. Fußtrupps hatten sie aufgespürt und gelöscht, bevor es zu ernsten Folgen im Wald  kommen konnte.

Die Feuerwehren Marktleugast und Marienweiher mussten Leitungen legen, um Löschwasser zur Verfügung zu haben. Erneut haben Landwirte mit  Güllefässern geholfen. Weil alles Hand in Hand lief, war die Gefahr nach gut einer dreiviertel Stunde gebannt, berichtet Wächter, der in diesem Fall auch den Einsatz geleitet hatte.

Doch lang dauerte es nicht, bis der nächste Alarm ertönte. Ein Landwirt hatte um 15.02 Uhr  die Feuerwehr zu Hilfe gerufen, nachdem  bei Erntearbeiten auf einem Feld nahe Sessenreuth im Gemeindebereich Wirsberg sein Mähdrescher in Flammen aufgegangen war.  Die Wehren aus Wirsberg und Martschorgast rückten als erste an. Das Marktleugaster Tanklöschfahrzeug, gerade vom Einsatz in Hermes zurück und wieder mit Wasser befüllt, unterstützte ebenfalls. Zusätzlich wurden noch die Feuerwehren Lanzendorf und Himmelkron alarmiert. Doch den Mähdrescher konnten die Helfer nicht mehr retten. Das teure Erntegerät brannte vollkommen aus. Die Stadtsteinacher Polizei gibt den Schaden mit mindestens 150.000 Euro an.

Ebenfalls mit im Einsatz: Der Luftbeobachter, den die Regierung von Oberfranken wegen der Trockenheit und der extrem hohen Waldbrandgefahr aktiviert hatte, gab den Feuerwehren aus der Luft wertvolle Hinweise über die Einsatzstelle.  Die Flammen hatten, als die Feuerwehren eintrafen, bereits auf das Feld übergegriffen.  Kreisbrandmeister Rainer Bär, unterstützt von Kreisbrandinspektor Fritz Weinlein, haben die Einsatzkräfte geführt. Und auch bei dem Brand bei Sessenreuth haben wieder Landwirte aktiv mit angepackt. Mit mehreren Güllefässern lieferten die Bauern Löschwasser.

Es bleibt brenzlig, warnt Yves Wächter. Da habe auch der wenige Regen, der am  Freitag und Samstag an manchen Stellen im Landkreis gefallen ist, keine Entschärfung der Lage gebracht.  „Das war nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein.“

Erst am Mittwoch hatte es, wie berichtet, mehrere Brände auf Feldern gegeben. Bei Döllnitz ist eine Fläche von rund sechs Hektar abgebrannt. Die Wehrkräfte konnten das Feuer, das bereits auf eine Hecke übergegriffen hatte, in letzter Minute noch stoppen. Bei Neufang waren es knapp fünf Hektar Fläche, die ebenfalls bei Erntearbeiten in Brand geraten waren. Dort ist auch eine Ballenpresse im Wert von rund 200 000 Euro vollständig ausgebrannt. Kurz vor dem Wald konnten die Flammen gestoppt werden.

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