Wie gut sind Selbstständige abgesichert?
In den meisten OECD-Ländern müssen Selbstständige eine Rentenversicherung haben - in Deutschland nicht. Dementsprechend sei die gesetzliche Rente von Selbstständigen im Vergleich zu Angestellten hier viel geringer als in vielen anderen Ländern, sagt Queisser. Selbstständige bekommen laut OECD hierzulande bei Renteneintritt 2018 ein gesetzliches Renteneinkommen von rund 50 Prozent der Renten eines Arbeitnehmers. Im OECD-Schnitt sind es 80 Prozent. Zwar gebe es rund 90 berufsständische Versorgungswerke, die aber weniger als 30 Prozent der Selbstständigen absicherten.
Was sind die Folgen für die Selbstständigen?
Viele sind im Alter also auf andere Einkommen, Vermögen oder auch Sozialhilfe angewiesen. Laut einer älteren Studie des Forschungsinstitut DIW verfügen knapp zwei Drittel der nicht gesetzlich Abgesicherten über Immobilien-, Geld- oder Anlagevermögen von mindestens 100.000 Euro. Sorgen bereiten den Forschern vor allem Kleinselbstständige und Menschen, die über Internetplattformen arbeiten. Im Haus von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wird derzeit an einem Gesetz gearbeitet, das eine Pflichtabsicherung vorsieht: Selbstständige sollen zwischen der gesetzlichen Rente und anderen geeigneten Formen wählen können.