So werden die beiden den 70. Geburtstag jetzt relativ klein mit drei, vier Freundinnen in ihrem Haus in der Eifel feiern. Einen Tag später, am 5. Juli, wird es dann schon wieder laut, weil Böttinger in der CSD-Parade durch Köln mitfährt. "Wahrscheinlich ein bisschen verkatert."
Das Haus in der Eifel betrachtet sie als ihren ersten Wohnsitz. "Da mache ich auch immer sehr viel Sport. Aber durch diese ganzen Veranstaltungen, die ich ehrenamtlich moderiere, war ich die letzten vier Wochen praktisch nicht da. Das ist so eines dieser Themen für den Zeit-Coach."
Zum Glück kann sie im Urlaub sofort total abschalten. Da hilft auch ein kleines Ferienhaus an der niederländischen Küste, in Kattendijke. "Zweieinhalb Stunden von Tür zu Tür, das ist ideal. Dieses Häuschen ist seit 1970 im Besitz unserer Familie, aber inzwischen sind alle verstorben außer mir. Dadurch ist das Haus ein kleines Mausoleum geworden. Und natürlich hat man da in dem Dorf auch Freunde."
Ein bewegendes Erlebnis in den Niederlanden
Vor einiger Zeit hatte sie ein besonderes Erlebnis: Anfang Mai gedenken die Niederländer landesweit der Toten des Zweiten Weltkriegs. Deutsche Besatzung, Ermordung der Juden, Verschleppung Hunderttausender als Zwangsarbeiter nach Deutschland. 2025 waren die Feiern noch etwas größer als sonst, weil es der 80. Jahrestag des Kriegsendes war.
"Und da stand dann plötzlich ein Gemeindevertreter bei mir vor der Tür und sagte: "Du bist doch Teilzeit-Einwohnerin von Kattendijke. Kannst du als Deutsche auch eine Rede halten?" Da habe ich erstmal geschluckt. Und dann gesagt: "Ja, mache ich." Es war sehr bewegend, sehr feierlich. Das niederländische Wort für Krieg kannte ich bis dahin gar nicht." "Oorlog" heißt es.
Jetzt muss Ilse noch draußen im Park ausgeführt werden, bevor es zu regnen anfängt. Finchen, die alte Dame, war schon eher. Sie hat es sich in Köln zur Gewohnheit gemacht, bereits um halb fünf Uhr morgens einen Rundgang einzufordern. "Ich glaube, das ist Bosheit", lacht Böttinger. "Heute Morgen war es allerdings schon sieben. Ich habe mich schlafend gestellt, und Martina ist dann mit ihr runtergegangen." Der Tag ist auch wieder relativ vollgepackt, unter anderem steht eine Aufnahme für den Podcast an. "Das wird spannend, ich freu’ mich drauf." Ja, gibt sie zu, "es wird sich wohl auch nach dem 70. nicht viel ändern bei mir". Wahrscheinlich sogar gar nichts.