„Ein Unglück hatten wir, als wir im Urlaub Einwegwindeln benutzt haben - mit Stoffwindeln ist bisher noch nie was passiert.“ Einen Tipp hat sie noch: Weil der Windelpopo des Babys durch die Stoffwindel etwas größer ist, rät sie, eine Bodyverlängerung zum Anknöpfen zu kaufen, sagt sie. „Enge Babyjeans gehen mit Stoffwindeln halt eher nicht.“
Und was ist mit andern Alternativen, zum Beispiel kompostierbaren Einweg-Windeln?
In der August-Ausgabe ihres Magazins schreibt Stiftung Warentest, dass sich auch der ökologische Fußabdruck von herkömmlichen Windeln verbessern lasse – vor allem durch niedrigeren Rohstoffverbrauch. In den letzten Jahrzehnten habe sich das Gewicht von Wegwerf-Windeln deutlich reduziert, die leichteste Windel, die Stiftung Warentest geprüft hat, wiegt demnach 29 Gramm: Pampers Baby Dry. „Jedes Gramm weniger bedeutet pro Kind bis zu fünf Kilogramm weniger Müll über die gesamte Windeltragezeit“, schreiben die Tester.
Zudem gibt es in Italien und den Niederlanden bereits Pilotprojekte, in denen Wegwerf-Windeln eingesammelt und recycelt werden. Auch nachhaltige Materialien für Einweg-Windeln könnten die Bilanzen verbessern. Einige Produkte haben zum Beispiel den Blauen Engel, weil sie aus nachhaltig produziertem Zellstoff bestehen. Teils wird dafür auch recycelter oder biobasierter Kunststoff eingesetzt, außerdem ist der Einsatz von Duftstoffen und problematischen Substanzen verboten.
Öko-Einweg-Windeln sind nur teilweise kompostierbar
Inzwischen gibt es nicht nur ein paar Windel-Hersteller, die an vollständig kompostierbaren Einweg-Windeln arbeiten. Einzelne bewerben ihre Produkte auch schon als kompostierbar. Allerdings gilt das in der Regel nicht für die komplette Windel, sondern nur für einzelne Schichten oder Teile. Stephan Pucher sieht abbaubare Windeln aus biobasierten Materialien grundsätzlich eher kritisch: „Eine Kompostieranlage erkennt nicht, ob eine Windel kompostierbar ist – sie wird daher ganz aussortiert“, sagt er. Manche Hersteller kompostierbarer Windeln empfehlen auch, die Produkte auf dem heimischen Kompost zu entsorgen und dann die nicht-kompostierbaren Teile herauszusieben. Doch wenn täglich fünf volle Windeln auf dem Gartenkompost landen, sei der schnell voll, gibt Pucher zu bedenken. Das klingt eher unpraktikabel.
Insgesamt kommt es bei Windeln sicher total darauf an, ob Eltern und Kind mit den jeweiligen Wickelmethoden gut klarkommen. Immerhin gibt es mit den Stoffwindel-Systemen eine Alternative zu den Wegwerf-Windeln.
Hanna Spanhel wartet ungern darauf, dass Politik oder Wirtschaft mehr für den Klimaschutz tun, sondern denkt lieber darüber nach, was jede und jeder selbst tun kann. Die Redakteurin kümmert sich ansonsten um die Wissens-Seiten dieser Zeitung.