Budanow soll Friedensplan mit aushandeln
Am 5. Januar solle es Gespräche auf Ebene der Generalstabschefs geben, gefolgt von einem Gipfel der "Koalition der Willigen" am Dienstag in Paris. Budanow kommt eine zentrale Rolle bei den Gesprächen zu.
Selenskyj hatte zuvor gesagt, dass er mehrere Kandidaten im Blick habe für die Nachfolge Jermaks. Beobachter hatten mit Budanows Ernennung gerechnet. In Kiew meinten Kommentatoren, dass der bisherige HUR-Chef auf US-Linie liege und für die Vorbereitung eines Friedensplans eine zentrale Figur und ein Machtmensch mit sehr großer Nähe zu Selenskyj sei.
Aus ukrainischer Sicht gehen zahlreiche für Kiews Militär erfolgreiche Angriffe auf Ziele in Russland auf sein Konto. Besonders intensiv greift die Ukraine seit Monaten auch Anlagen der russischen Ölindustrie mit Drohnen an, um Moskaus Kriegsmaschinerie die Einnahmen zu nehmen.
Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Hilfe, darunter auch von befreundeten Geheimdiensten, seit bald vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Trotz Verhandlungen ist ein Ende des Krieges bisher nicht in Sicht.
Russland sieht Budanow als "Terroristen"
Russland hingegen sieht Budanow nach einer Vielzahl tödlicher Bombenattentate auf Generäle als einen Terroristen und Extremisten, als einen der wichtigsten Feinde, der auf der Todesliste Moskaus steht. Auch der neue Chef des Präsidentenbüros werde Selenskyj nicht helfen beim Überleben, sagte der Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Er hatte Selenskyj wegen der angeblichen jüngsten Angriffsversuche auf eine Residenz des russischen Präsidenten mit dem Tod gedroht.
Derweil gehen die Kämpfe in dem seit fast vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg weiter. Einmal mehr wurde die frontnahe Großstadt Charkiw am Tag Ziel der russischen Streitkräfte. Zahlreiche Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt. Selenskyj sprach nach ersten Erkenntnissen von zwei Raketen, die in einem Wohngebiet eingeschlagen seien. Russland wies zurück, dass es einen gezielten Angriff gegeben habe.