Umbau und Sanierung Arzberger Bürgerhaus soll im Juli fertig sein

Freuen sich, dass die Arbeiten für den Umbau des alten Schulhauses im Singer-Park trotz Corona gut im Zeitplan liegen (von links): Architektin Ruth Schwarzmeier, der Arzberger Bürgermeister Stefan Göcking und Anja Blaumann vom Stadtbauamt. Foto: /Christl Schemm

Von außen ist jetzt gut zuerkennen, dass nach demAbbruch der Anbauten dieStruktur des alten Schulgebäudes nahezu erhaltenbleibt. Im Januar beginntder Endspurt der Arbeiten.

Arzberg - Das Gerüst ist weg. Nun ist gut zu sehen, wie das neue Bürgerhaus auf dem Arzberger Kirchberg von außen aussieht. Der Kopfbau, der quer zum Singer-Park steht, ist der einzige Trakt, der vom alten Schulhaus übrig ist. Der Turm nach Westen, der eigentlich keiner war und laut Fachleuten keinen historischen Bezug zum Gebäude hatte, ist verschwunden. Ebenso die Anbauten entlang der Friedhofstraße.

Bröckelnder Putz, marode Leitungen, undichte Fenster, Löcher in den Decken und „mittelalterliche“ sanitäre Einrichtungen: Der große, stadtbildprägende Komplex gegenüber der Bergbräu war in einem jämmerlichen Zustand. Jahrzehntelang hatte die Stadt Arzberg um den Erhalt des Gebäudes gerungen, bis sich 2018 die Möglichkeit für eine hohe Förderung auftat. 2019 begann der Abriss der Anbauten. Seit Anfang dieses Jahres wird umgebaut, um aus dem früheren Zentralschulhaus ein Bürgerhaus zu machen - hoch gefördert durch das Programm „Innen statt Außen“.

In dem 4,6-Millionen-Euro-Projekt sollen unter anderem die Sandauer Heimatstube, die Soldatenkameradschaft Röthenbach mit ihrer Schießanlage, die Musikschule, ein Jugendtreff, die Garten- und Blumenfreunde, das Kraftwerks- und Bergbau-Modelllager und ein Seniorenclub ihren Platz finden. Ein neues Gebäude anstelle der früheren Anbauten schafft zudem einen Multifunktionsraum für Veranstaltungen.

Der Rohbau dieses neuen Nebengebäudes ist fertig. Es wird mit einer roten Keramikfassade verkleidet und setzt damit einen farblichen Kontrapunkt zur in schlichtem Grau gehaltenen Fassade des aus dem Jahr 1881 stammenden Kopfbaus. Dort sind im Wesentlichen die alten Strukturen der Fenster und Simse erhalten geblieben. Im vorderen, nach Süden ausgerichteten Teil ist das Gebäude jetzt mit einer Tür zu Terrasse und Singer-Park geöffnet. Alle Fenster sind neu. Die Fassade ist mit einem Besenstrichputz versehen.

Zum Abbau des Gerüstes informierte Projektleiterin Ruth Schwarzmeier vom Architekturbüro Horstmann und Partner am Mittwochvormittag Bürgermeister Stefan Göcking und Anja Blaumann vom Stadtbauamt über den Stand der Dinge. Leider seien Mitarbeiter der Baufirma positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet worden, sodass sie in dieser Woche nicht mehr auf der Baustelle sein könnten. „Vom Bauablauf her ist das aber nicht so schlimm, da vom kommenden Montag an bis 11. Januar sowieso eine Pause geplant ist“, erläuterte die Architektin.

Dass das Gerüst nun abgebaut worden ist, bezeichnete sie als einen Meilenstein. „Fenster, Dach, Putz – alles ist abgeschlossen“, freute sie sich. Nun sei das äußere Erscheinungsbild des Kopfbaus zum ersten Mal richtig zu erkennen. „Ich finde, es ist wirklich gut geworden“, sagte Schwarzmeier. Die Arbeiten für den Innenausbau seien zurzeit voll im Gange, Innenputz und Estrich seien fertig. Von Mitte Januar an seien für rund zwei Monate die Trockenbauarbeiten geplant. Am Neubau sind nach den Worten der Architektin ebenfalls die Fassade und das Dach dicht. Die Installationen der technischen Gewerke seien am Laufen oder bereits abgeschlossen. Für Mitte bis Ende März kündigte die Architektin die Gestaltung der Außenanlagen an. Die Ausschreibungen für letzte Gewerke wie Schreinerarbeiten liefen derzeit. Ganz zum Schluss würden die Keramikplatten angebracht. „Wir gehen weiterhin davon aus, dass wir Ende Juli fertig sind, und freuen uns, dass alle Arbeiten unfallfrei über die Bühne gegangen sind“, betonte Ruth Schwarzmeier.

Diese Freude teilte auch Bürgermeister Stefan Göcking, der dem Planungsbüro und dem Bauamt für deren gute Arbeit dankte. „Das Ergebnis ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe“, sagte der Rathaus-Chef. Über die Farbgestaltung lasse sich zwar trefflich streiten, blickte Göcking auf Diskussionen im Stadtrat zurück. Jedoch habe er großes Vertrauen in die Expertise der Menschen, die von der komplexen Planung etwas verstünden.

 
 

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