Unternehmen stellt Pläne für Rehau vor Photovoltaik auf zehn Hektar?

Auch in Rehau könnte künftig eine große Freiflächen-Photovoltaikanlage stehen Foto: /dpa/Susan Montoya Bryan

Große Photovoltaik-Anlagen in der Fläche sind immer mehr im Kommen. Nun könnte auch in Rehau eine solche Anlage entstehen.

Rehau - Nachdem die Stadt und der Stadtrat in den vergangenen Jahren immer wieder ähnlich gelagerte Anliegen abgelehnt hatte, könnte nun doch eine Freiflächen-Photovoltaikanlage auf dem Stadtgebiet entstehen. Anfang des Jahres hatte sich die Firma Abo Wind Solar mit Sitz in Wiesbaden an die Stadt gewandt und die Machbarkeit, hier eine Anlage zu bauen, abgeklopft. Die Vorgespräche zwischen Unternehmen und Bürgermeister Michael Abraham liefen aus Sicht des Projektentwicklers offensichtlich ermutigend, sodass Alexander von Breitenbach und Amaya Hilpert von der international tätigen Firma dem Stadtrat ihre Idee dessen, was sie sich für Rehau vorstellen, präsentierten – gesetzt den Fall, der Stadtrat stimmt dem zu. Die Grundstückseigentümer hätten bereits ihr Interesse signalisiert, die nötigen Flächen herzugeben.

Die Rahmendaten des anvisierten Großprojektes: Auf etwa zehn Hektar Fläche soll eine Freiflächen-Photovoltaikanlage entstehen, die etwa acht Megawatt Leistung bringen soll. Damit ließen sich laut Abo Wind Solar rund 2500 Drei-Personen-Haushalte mit grünem Strom versorgen. Bauen will die Firma die Anlage in Heinersberg östlich der Autobahn 93 in Nähe der Anschlussstelle Rehau-Süd. Aktuell liegt der Erneuerbare-Energien-Anteil laut Abo Wind-Solar-Berechnung bei 13 Prozent. Mit der neuen Anlage würde sich diese Quote deutlich erhöhen. Rund 6000 Tonnen Kohlendioxid ließen sich so einsparen. Neben der reinen Photovoltaikanlage sollen auch Energiespeicher installiert werden, um den Strom auch nachts und in ertragsarmen Zeiten ins Netz einspeisen zu können. Diese Speicher sollen etwa die Dimension von zwei bis drei Schiffscontainern haben und am nordöstlichen Rand der Fläche angesiedelt sein, wo der Ertrag an Sonnenlicht ohnehin geringer wäre.

„Wir picken uns Städte und Gemeinden heraus und prüfen, ob es dort potenzielle Flächen für Solaranlagen gibt“, erklärte Alexander von Breitenbach das Vorgehen. In Rehau ergaben sich mehrere Flächen, jener am Heinersberg wurde aber schnell der Vorzug gegeben, denn: Auch sie taucht bereits im 2021 verabschiedeten Energienutzungsplan der Stadt Rehau auf, was von Breitenbach als einen glücklichen Zufall bezeichnete. In jüngster Vergangenheit hatten sich Stadtverwaltung und Stadtrat erneut dafür ausgesprochen, vorerst nur Projekte auf den bereits ausgewiesenen Flächen zu genehmigen. Und: Die Fläche in Heinersberg liegt weder in einem Trinkwasser- noch in einem Naturschutzgebiet. Die landwirtschaftlichen Flächen hier seien zudem recht ertragsarm. Als Beleg dafür zog von Breitenbach Gespräche mit den dort tätigen Landwirten heran, die das bestätigten, und eine Ackerzahl von durchschnittlich 25. „Das ist ziemlich niedrig“, sagte Amaya Hilpert.

Sie und von Breitenbach zählten einige Vorteile auf, die die Stadt Rehau und ihre Bürger aus der Photovoltaikanlage ziehen könnte. So wäre eine Beteiligung der Bürger nach noch festzulegenden Konditionen möglich, die Stadt erhielte eine jährliche Beteiligung am Ertrag von um die 18 000 Euro und auch Gewerbesteuer. Letztere ist allerdings erst nach dem Abschreibungszeitraum, also nach zehn bis 15 Jahren, zu entrichten. Dann bekäme die Stadt aber etwa 330 000 Euro überwiesen. Auch die Natur habe Vorteile: Die Solar-Panels sind in 80 Zentimetern Höhe aufgestellt, darunter sollen für die Region typische Blühpflanzen angesät werden. „Der Boden könnte sich erholen. Ohne Landwirtschaft würden auf der Fläche auch keine Dünger eingesetzt, was dem Trinkwasserschutzgebiet in der Nähe zugutekäme“, erklärte Alexander von Breitenbach.

Die Rehauer Stadträte, quer durch alle Fraktionen, stellten Detailfragen zum angepeilten Projekt, äußerten sich insgesamt aber recht wohlwollend. Allein Helmut Auer (AfD) mahnte an, dass in jedem Fall sichergestellt sein sollte, dass man hier nicht gut nutzbares Ackerland überbaut.

Eine Entscheidung ist am Mittwochabend in der Ratssitzung nicht gefallen. Es ging lediglich um die Vorstellung des Projektes. Die Fraktionen haben nun Gelegenheit, sich zu dem Projekt zu positionieren. Bürgermeister Michael Abraham kündigte an, dem Stadtrat in einer der nächsten Sitzungen einen Vorschlag für einen Aufstellungsbeschluss vorzulegen.

Stimmt der Stadtrat zu, könnte es etwa eineinhalb Jahre dauern, bis das Bauleitverfahren durch ist. Abo Wind Solar hofft, im ersten Quartal 2023 mit dem Bau zu beginnen.

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