Untersteinach Wolfgang Oertel wird Dekan in Münchberg

Die Münchberger Stadtkirche wird der neue "Arbeitsplatz" von Wolfgang Oertel. Er soll neuer Dekan in Münchberg werden. Archiv-Foto: Patrick Findeiß Quelle: Unbekannt

Der motorradfahrende Pfarrer hat als Sieger eines Gewinnspiels bayernweit Schlagzeilen gemacht. Nun freut er sich auf seine neue Aufgabe in der Pulschnitzstadt.

Münchberg/Untersteinach - Der Untersteinacher Pfarrer Wolfgang Oertel wird der neue Dekan für den Dekanatsbezirk Münchberg und Pfarrer auf der ersten Pfarrstelle der Kirchengemeinde Münchberg. Das hat Regionalbischöfin Dorothea Greiner mitgeteilt. Der 53-Jährige wird Nachfolger von Dekan Erwin Lechner, der dann in Ruhestand geht. Oertel hat mit seiner Ehefrau drei erwachsene Töchter. Seit 13 Jahren ist er Pfarrer in Untersteinach. Aufgewachsen ist er in Neuenmarkt. Nach Abitur und Rechtswissenschaftsstudium arbeitete er zunächst als Beamter in der bayerischen Justizvollzugsverwaltung in Aschaffenburg und als Verwaltungsleiter in Erlangen, bevor er in Erlangen und Neuendettelsau Theologie studierte.

Hintergrund

Im Dekanatsbezirk Münchberg leben rund 20 700 evangelische Christen in elf Kirchengemeinden.

Das Wahlgremium, das Pfarrer Wolfgang Oertel als Dekan befürwortet hat, besteht aus dem Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Münchberg und dem Dekanatsausschuss.

Am Samstag, 30. Januar 2021, soll die Amtseinführung von Wolfgang Oertel in Münchberg stattfinden.

Erfahrung als Gemeindepfarrer sammelte er in Unterfranken: in Bimbach, Castell und Friesenhausen, wie es in der Mitteilung der Regionalbischöfin heißt. "Er bringt außergewöhnlich viele Erfahrungen aus verschiedenen Bereichen der Kirchenleitung mit: 2014 wurde er in die Landessynode und in die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt. Seit 2019 ist er auch Mitglied der Kirchenleitung der Vereinigten Lutherischen Kirche in Deutschland. Sowohl als Vorsitzender des Ökumenefachausschusses der VELKD als auch als Vorsitzender des Ökumenischen Dienstes von Schloss Craheim setzt er sich für eine wachsende Ökumene ein."

Auf die neue Aufgabe in Münchberg habe er richtig Lust, betont Oertel. "Das ist eine verantwortungsvolle Sache. Ich freue mich auf das, was jetzt kommt und auch darüber, dass ich gewählt worden bin." In Münchberg gehe es jetzt zuerst darum, den neuen Landesstellenplan für das Dekanat umzusetzen. Das sei eine Herausforderung, denn mit einer Reduzierung der Stellen müsse gerechnet werden. "Wir müssen das so lösen, dass es gerecht bleibt und wir weiterhin in der Fläche überall vertreten sind. Das fordert uns alle."

Natürlich wird auch das Motorrad, das Wolfgang Oertel leidenschaftlich fährt, mit nach Münchberg umziehen. Die Münchberger werden sich an den Anblick ihres Dekans auf seiner schweren Maschine sicher schnell gewöhnen.

Regionalbischöfin Greiner gratulierte Wolfgang Oertel nach der gelungenen Präsentation im Wahlgremium und hob hervor: "Wolfgang Oertel ist äußert einsatzfreudig und tatkräftig. Er hat ein weites Herz für verschiedene christliche Frömmigkeitsprägungen und weiß sie zu integrieren. Als erfahrener Praktiker und mit seinem großen Horizont wird er rasch Boden unter den Füßen gewinnen in seinem neuen Amt."

Wolfgang Oertel sagte nach der Wahl: "Ich freue mich sehr auf die Menschen im Dekanatsbezirk Münchberg. Ich möchte nahe bei den Menschen und an der Seite der Gemeinden stehen, das ökumenische Miteinander herzlich pflegen und gerne mit den Kolleginnen und Kollegen und den Mitarbeitenden im Dekanatsbezirk voller Gottvertrauen missionarische Impulse setzen."

Am Samstag, 30. Januar 2021, soll die Amtseinführung von Wolfgang Oertel in Münchberg stattfinden. Die Pfarrstelle in Untersteinach wird neu ausgeschrieben. Doch mindestens bis August bleibt der Pfarrer, der für eine Weile als Sieger eines Gewinnspiels mit einem auffallenden Luxusauto unterwegs gewesen ist und bayernweit Schlagzeilen gemacht hat, den Untersteinachern noch erhalten. Danach geht er in Urlaub, dann folgt eine zweimonatige Vorbereitung auf sein neues Amt.

In Untersteinach hat er, wie er sagt, sehr gerne gearbeitet, war länger an diesem Ort als je zuvor an einer anderen Station in seinem Arbeitsleben. Besonders vermissen werde er die Gruppen, die er gegründet hat, den sozialen Arbeitskreis oder auch die Jungschar. Viel gebaut wurde während seiner Zeit in Untersteinach. Das Kantorat nennt er als Highlight und freut sich auch, dass es gelungen ist, einen barrierefreien Eingang in die Kirche zu schaffen. Das alte Jugendheim wurde während Oertels Zeit als Pfarrer der Gemeinde abgerissen, das Grundstück später ebenso verkauft wie das Areal des ehemaligen Kindergartens. Mit dem Geld aus den Grundstücksverkäufen sei es gelungen, den Haushalt der Kirchengemeinde zu sanieren, sagt Wolfgang Oertel. Das Wichtigste aus seiner Sicht: "Es ist uns gelungen, als Gemeinde zusammenzuwachsen."

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