Unwetter-Nacht in und um Hof Leitstelle zählt 700 Einsätze

Selbitz ist vom Hochwasser mit am stärksten betroffen. Foto: Werner Rost

Für die Einsatzkräfte wird der 13. Juli 2021 in die Geschichtsbücher eingehen. Bei der Leitstelle gehen mehr als 800 Notrufe ein.

Hof - Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume sowie Verkehrsunfälle auf den Autobahnen: In Hof und dem nördlichen Teil des Landkreises sorgten heftige Regenfälle am Dienstagnachmittag ab 15.45 Uhr für Extremsituationen. Besonders betroffen waren nach Angaben des Landratsamts Naila, Selbitz, Köditz, Feilitzsch und Trogen sowie Hof, Hof Um 20.50 Uhr rief Landrat Oliver Bär den Katastrophenfall aus. 135 Feuerwehren sowie Helfer des THW und des BRK waren in Stadt und Landkreis Hof sowie dem Landkreis Wunsiedel mit mehr als 1000 Aktiven im Einsatz

Starkregen und Hagel haben für Überschwemmungen und zahlreiche Einsätze von Feuerwehr und THW gesorgt. Innerhalb von zwölf Stunden fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bis zu 80 Liter pro Quadratmeter vom Himmel. Die Einsatzkräfte rückten zu mehr als 693 Einsätzen aus.

Unser Landrat zu dem Unwetter im O-Ton

Markus Hannweber, Leiter der Integrierten Leitstelle Hochfranken (ILS), koordiniert mit seinem Team die Einsätze: „Die ILS ist seit 2008 in Hochfranken im Einsatz, in dieser Zeit hab ich bisher noch keinen Starkregen dieser Kategorie erlebt, der über eine größere Fläche hereingebrochen ist“, beschreibt Hannweber das Großereignis, das er mit 17 Kollegen in der Leitstelle koordinierte. „Zwischen 16 Uhr und 1 Uhr wurden etwa 650 Fälle, die in Zusammenhang mit dem Unwetter standen, über unsere Notfall-Hotline gemeldet. Insgesamt haben unsere Mitarbeiter in dieser Zeit 866 Notrufe über die Telefonnummer 112 abgearbeitet.“ Zu den Hotspots im Landkreis Hof gingen bei der ILS weitere Unwettermeldungen aus dem Landkreis Wunsiedel, hier mit Einsatzschwerpunkten in Selb und Arzberg, ein. Im Detail beziffert Markus Hannweber die Einsätze im Landkreis Hof auf 415 Fälle, in der Stadt Hof waren die Rettungsorganisationen bei 160 Fällen im Einsatz und 67 Mal im Landkreis Wunsiedel.

„Es gab, abgesehen von wenigen Leichtverletzten bei Unfällen auf den Autobahnen, keinen Personenschaden. Die Höhe des materiellen Schadens kann Hannweber noch nicht beziffern. „Die Betroffenen sind heute nachdem der Landrat den Katastrophenfall beendet hat, bei den Aufräumarbeiten.

Landrat Oliver Bär überzeugte sich heute bei den Betroffenen vor Ort. Er dankte den Helfern der Hilfsorganisationen und der „gelebten Nachbarschaftshilfe, die im ganzen Landkreis greift“. Er sprach von einer funktionierenden Solidargemeinschaft bei der „jeder mit anpackt und hilft“. Gleichzeitig informierte der Landrat darüber, dass der Abfallzweckverband zusätzliche Container an besonders betroffenen Stellen platzieren werde, in denen Betroffene den Unrat, der durch das Unwetterereignis entstanden ist, kostenlos entsorgen können.

„Es gehört schon immer zu unserem Aufgabengebiet, hin und wieder Wasser aus Kellern zu pumpen“, sagt Kreisbrandrat Reiner Hoffmann zum Arbeitsalltag der Feuerwehren. Aber: „Was es am Dienstag vom Himmel geschüttet hat, habe ich in 50 Jahren Feuerwehr noch nicht erlebt.“ Neben den Gemeinden im nördlichen Teil des Landkreises erinnerte Hoffmann an die Region um Gattendorf, Regnitzlosau und Prex, wo der Starkregen ebenfalls teilweise heftigen Schaden angerichtet habe. Selbst Feuerwehrgerätehäuser, wie das in Gottsmannsgrün, standen unter Wasser. Besonders die Unterstützung des THW, das mit einer Fachgruppe für Hochwasserereignisse und leistungsstarken Pumpen im Einsatz gewesen ist, war für den Kreisbrandrat eine effektive Hilfe, um den Wassermassen Herr zu werden. „Glücklicherweise mussten keine vom Starkregen betroffenen Bürger im Landkreis Hof evakuiert werden und über Nacht ihre Häuser verlassen“, so Hoffmanns positives Fazit. „Alle Hilfsorganisationen haben bewiesen, dass sie im Ernstfall bestens kooperieren und zum Wohl der Bürger zusammenarbeiten.“

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