Bayreuth/Kulmbach Drei Jugendliche des Mordversuchs schuldig

Manfred Scherer
Die Jugendkammer des Landgerichts hat drei Jugendliche wegen versuchten Mordes verurteilt. Foto: picture alliance/dpa/Britta Pedersen/red

Drei 15-Jährige rauben am Bahnsteig in Kulmbach einen schlafenden Mann aus. Schlagen ihn zusammen und lassen ihn zurück. Nun wurden sie verurteilt – in einem komplett nicht öffentlichen Prozess.

Die Jugendkammer des Landgerichts Bayreuth hat drei Jugendliche für eine aufsehenerregende Gewalttat in Kulmbach zu mehrjährigen Jugendstrafen verurteilt. Der Prozess um den Überfall auf einen Mann am Bahnhof in Kulmbach wurde komplett nicht öffentlich verhandelt.

Wie die Pressestelle des Landgerichts mitteilte, steht zur Überzeugung der Jugendkammer fest, dass die Angeklagten in einer Nacht im September 2021 einen auf einer Bank im Freien schlafenden Mann gemeinschaftlich angriffen und ausraubten. Im Zuge der Tat erlitt der Geschädigte lebensgefährliche Verletzungen. Anschließend  verließen die Angeklagten mit ihrer Beute den Tatort, ohne dem Opfer Hilfe zu leisten.

Der Haupttäter wurde unter anderem wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und besonders schweren Raubes zu einer Jugendstrafe von sechs Jahren verurteilt. Die Jugendkammer sah die Mordmerkmale Heimtücke, Habgier und Ermöglichungsabsicht als gegeben an.

Gegen die beiden weiteren Angeklagten verhängte die Jugendkammer Jugendstrafen von drei Jahren und acht Monaten sowie von drei Jahren und sechs Monaten wegen versuchten Verdeckungsmordes durch Unterlassen, wegen Raubes, und gefährlicher Körperverletzung.

Beide Angeklagte ließen das lebensgefährlich verletzte Opfer am Tatort zurück, obwohl sie wegen des vorangegangenen Raubes zur Hilfeleistung verpflichtet waren.

 

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