Wie würde ein Verfahren formal laufen?
Infantino könnte durch die FIFA-Ethikkommission zunächst suspendiert werden. Dann würde es ein Verfahren geben. Die Moralhüter, die in eine untersuchende und eine rechtsprechende Kammer aufgeteilt sind, könnten ihn auch des Amtes entheben, ihn für Fußball-Aktivitäten sogar lebenslang sperren. Alles wie erwähnt ein theoretisches Konstrukt angesichts der vorliegenden Faktenlage.
Möglich wäre auch, dass der FIFA-Kongress Infantino nicht im Amt bestätigt. Die nächste Wahl, bei der jeder nationale Verband eine Stimme hat, findet am 18. März in Rabat in Marokko statt. Infantino ist bislang der einzige Kandidat.
Warum sind Konsequenzen unrealistisch?
Bei aller Empörung, Infantino sitzt fest im Sattel. Die XXL-WM wird er als riesigen Erfolg verkaufen - seinen Erfolg. Kritik am Fall Balogun gab es aus der Fußball-Welt nur aus Europa. Alle anderen Konföderationen sind happy mit dem Schweizer. Bis zum Finale am 19. Juli wird der Fall Balogun nur noch ein kleiner Schandfleck sein. Der Fußball-Tross zieht in die Sommerpause und dann mit neuen Aufregern schnell weiter.
Aus den Kontrollinstanzen wie den Ethikkammern wird es mit Sicherheit keine aktiven Untersuchungen geben. Die Mitglieder kamen alle in Infantinos Ägide ins Amt.