Zündstoff stellt auch eine mögliche iranische Maut für den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus dar. Für die Dauer der 60-tägigen vertieften Verhandlungen soll es zwar keine Gebührenerhebung geben. Wie es danach weitergeht, soll der Iran laut Rahmenabkommen erst mit dem Oman aushandeln. Die USA hatten eine Maut in der Straße von Hormus wiederholt als inakzeptabel bezeichnet.
Auch bezüglich des umstrittenen iranischen Atomprogramms sind nach wie vor zentrale Fragen offen, die im Rahmen der vertieften Verhandlungen geklärt werden sollen. Als Mindestmaßnahme festgehalten ist laut einem US-Beamten in dem Rahmenabkommen aber bereits, dass das hochangereicherte Uran vor Ort und unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) verdünnt werden soll.
Trumps Stabschefin: Nächsten 60 Tage herausfordernd
Die Stabschefin im Weißen Haus, Susie Wiles, räumte auf der Plattform X ein, dass die "nächsten 60 Tage Herausforderungen mit sich bringen werden". Trump hatte dem Iran noch am Mittwoch erneut gedroht. "Wenn sie sich nicht benehmen, werden wir direkt wieder damit beginnen, Bomben mitten auf ihre Köpfe zu werfen", sagte er am Rande des G7-Gipfels am Genfersee. Ähnliche Drohungen hatte er bereits in den vergangenen Wochen geäußert.
Ex-US-Diplomat nennt Iran-Deal "strategisches Fiasko"
Ein ranghoher ehemaliger Mitarbeiter des US-Außenministeriums bezeichnete das Rahmenabkommen als "strategisches Fiasko von epischen Ausmaßen". Die Vereinbarung mit dem Iran bedeute "den Bruch mit einer nahezu fünfzigjährigen, von beiden Parteien getragenen US-Politik gegenüber dem Iran", sagte Joel Rubin dem israelischen TV-Sender i24news. Rubin diente unter dem demokratischen Ex-Präsidenten Barack Obama.
Rubin warnte vor einem Szenario, in dem Teheran nun "Hunderte Milliarden Dollar ohne jegliche Einschränkungen übergeben werden" könnten. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte in der Vergangenheit bei Trump für eine härtere Linie gegenüber Teheran geworben. Er ermutigte ihn 2018 zu der höchst umstrittenen Entscheidung, aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen. Im Rückblick wird dieser Schritt auch von israelischen Sicherheitsexperten als strategischer Fehler eingestuft.
Ende Februar griffen USA und Israel an
Am 28. Februar hatten die USA und Israel den Krieg gegen den Iran begonnen. Der Iran reagierte mit Angriffen auf Israel und auf Golfstaaten mit US-Militärstützpunkten. Seit Anfang April gilt eine Waffenruhe. Kriegsziel der USA war es, den Iran davon abzuhalten, Atombomben zu entwickeln.