Uwe Friedrich Ein Macher geht

Werner Bußler
Sportlich und technikaffin: Uwe Friedrich Foto: /Bußler

Nach 33 Jahren an der Realschule Helmbrechts geht Uwe Friedrich in den Ruhestand. Er hat die Schule zu technischem Pioniertum getrieben.

Wenn am Freitagmittag die Ferien beginnen, endet an der Helmbrechtser Realschule eine Ära, dann verabschiedet sich nämlich Konrektor Uwe Friedrich in den Ruhestand. Wie kaum ein anderer hat er in den letzten 33 Jahren die Lehranstalt geprägt. Aufgrund einer Behinderung, die er sich nach einem schweren Skiunfall zugezogen hat, kann er mit nun 61 Jahren vorzeitig in Pension gehen. Aber Friedrich bleibt als Unterstützer eines hauptamtlichen IT-Administrators des Landkreises für dessen Schulen mit Büro in Helmbrechts seiner Realschule weiter erhalten.

Es ist keinesfalls zu hoch gegriffen, den Pädagogen als EDV-Pionier zu bezeichnen. Er sorgte dafür, dass die Helmbrechtser Realschule als eine der ersten in Nordbayern bereits 1995 in der Anfangszeit des Internets eine Homepage präsentierte. Ihm ist es auch zu verdanken, dass vor der Generalsanierung des Gebäudes jeder Klassenraum über eine eigene Netzwerkdose verfügte. Derzeit ist er wohl der einzige stellvertretende Schulleiter in Bayern, der zusätzlich als Systembetreuer agiert und sich bei Bedarf auch an den Wochenenden um die rund 250 Computer im Haus kümmert. Zudem bildete er als Seminarlehrer zahlreiche IT-Lehrkräfte aus. Die Umgestaltung in der Verwaltung hin zu digitalen Medien, trieb Friedrich in der Bildungsstätte federführend voran. Direktorin Beate Sommer findet nicht nur für diese Leistung im Jahresbericht anerkennende Worte: „Mit großer Eigeninitiative regem Innovationsgeist gestaltete er das Schulleben verantwortungsbewusst mit“.

Seine Begeisterung für Informatik und Technik übertrug er auch auf Schülerinnen und Schüler. So ist sein Name untrennbar mit dem Wahlfach Robotik und dem Wettbewerb „Robocup“ verbunden. Mit mehreren Generationen von Schülern konstruierte er Fußballroboter und trat mit mehreren Mannschaften bei überregionalen Wettbewerben an. Dabei holten sich die Teams deutsche Meistertitel und die Qualifikation für Weltmeisterschaften in verschiedenen Ländern auf dem Erdball. Als einzige europäische Mannschaft trat eine von Uwe Friedrich geleitete Gruppe der RSH sogar bei einem Turnier in China an.

Uwe Friedrich ist in Helmbrechts aufgewachsen und lebt heute noch dort. Er kam 1989 an die Schule, nachdem er vorher schon als Student Klassen bei Fahrten ins Skilager begleitet hatte. Obwohl er als bester Absolvent in Bayern sein Examen absolvierte, waren seinerzeit für Lehrerinnen und Lehrer mit der Fächerkombination Englisch/Sport keine Planstellen vorgesehen. Aber der damalige Rektor Alfred Völkel wollte Friedrich unbedingt in seinem Kollegium haben, und seine Hartnäckigkeit zahlte sich schließlich aus. Da war es ein Vorteil, dass sich der künftige Lehrer während seines Referendariats auch im Fach Informatik weitergebildet hatte und daran Gefallen fand. An der Helmbrechtser Realschule kümmerte er sich frühzeitig um die Technik im Haus und machte die Helmbrechtser Schule schon bald zukunftsfit. 2003 wurde Friedrich zum zweiten Konrektor berufen, seit 2007 arbeitet er als Konrektor.

Sein Name Uwe Friedrich ist in Helmbrechts auch außerhalb der Schule mit Sport verbunden. Er spielte Handball beim TV Helmbrechts und wirkte 20 Jahre erfolgreich als Leichtathletikübungsleiter, zunächst beim TVH und später beim VfB Helmbrechts. Die gute Nachricht für die Realschule: Uwe Friedrich steht mit seinem Wissen künftig weiter zur Verfügung, wenn er auch nicht mehr so viel Zeit investieren wird. Er will sich ferner weiterhin um die Robotik-Teams kümmern.

 

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