VER Selb bleibt zweitklassig Es ist geschafft!

Der VER Selb beendet am Sonntag die Playdown-Serie gegen Bayreuth mit einem 4:1-Sieg und spielt auch in der kommenden Saison in der DEL2. Die Fans bringen die Netzsch-Arena zum Wackeln.

Die Trainer Herbert Hohenberger und Marc Thumm streckten ihre Arme in die Höhe, die Spieler auf dem Eis stürmten auf Torwart Michael Bitzer zu und schrien sich die Freude aus dem Leib. Auf den Rängen waren die Fans komplett aus dem Häuschen. Die Selber Wölfe haben es geschafft, sie spielen auch in der kommenden Saison in der DEL2. Mit dem 4:1 (3:1, 0:1, 1:0) im sechsten Playdown-Duell gegen die Bayreuth Tigers machten die Hohenberger-Schützlinge am Sonntagabend endgültig alles klar. Es waren Szenen der puren Freude und Erleichterung, die sich nach der Schlusssirene abspielten. Der Gesang der Wölfe-Fans und der Jubel über den Klassenerhalt hat die Netzsch-Arena förmlich zum Wackeln gebracht. „Unsere Fans sind erstligareif“, sagte Stürmer Richard Gelke. Nicht nur ihm standen nach dem Spiel die Tränen in den Augen.

Schon vor der Partie herrschte beste Stimmung in der endlich wieder einmal pickepackevollen Netzsch-Arena – von den beiden für die lediglich 70 mitgereisten Bayreuther Anhänger abgesperrten Blöcken einmal abgesehen. „Werdet zur Legende, kämpfen bis zum Ende, für die zweite Liga, VER“, hallte es lautstark durch die Halle. Auch ein blau-weiß-rotes Fahnenmeer ließ die von Vor-Corona-Zeiten in Selb berühmte Gänsehaut-Atmosphäre aufkommen.

Stimmung wie ein Orkan

Und die ohnehin prächtige Stimmung unter den gefühlt 3000 Selber Anhängern steigerte sich nach fünf Minuten zum Orkan mit der so wichtigen frühen Selber Führung durch Miglio (5.), der Torwart Herden mit einem Schlenzer in den Winkel überraschte. Ein erstes Zeichen der wieder top eingestellten Wölfe, wie genau dieser frühe Sonntagabend verlaufen sollte, hatte zuvor schon Walters nach nur 35 gespielten Sekunden mit einem harten Check gegen Kolozvary gesetzt.

Die Tigers wollten sich nach dem Rückstand ihrem Schicksal freilich noch nicht ergeben und erarbeiteten sich einige Möglichkeiten. Die Wölfe-Abwehr hatte einiges an Arbeit zu verrichten, erledigte die aber ebenso tadellos wie Torwart Bitzer. Und zum richtigen Zeitpunkt schlug Selb ein zweites und drittes Mal zu. Erst fasste sich Reuß ein Herz und donnerte die Scheibe in den Winkel(15.), dann tunnelte Leavans den Tigers-Keeper (17.) – 3:0. Die Halle stand kopf. Bayreuth gelang aber fast postwendend der Anschlusstreffer und schöpfte neue Hoffnung.

Im Mittelabschnitt gab es nach drei Minuten die erste Strafe für die Wölfe. Und das Ungefährlichste ist das Tigers-Powerplay ja nicht. Mit starkem Einsatz, etwas Glück und Bitzer überstanden die Hausherren die zwei Minuten schadlos. Etwas Aufregung auf Selber Seite gab es nach 26 Minuten, als Thompson von Davis hart in die Bande gecheckt wurde und liegen blieb, der einen Meter danebenstehende Schiedsrichter aber keinerlei Anstalten machte, die Partie zu unterbrechen. Die große Möglichkeit, die Führung auszubauen, hatte der aufgerückte Slavetinsky, der in der 30. Minute aber an Herden scheiterte. Dann drohte wieder Gefahr im zweiten Tigers-Powerplay (32.), aber erneut erledigten das die Wölfe bravourös in Unterzahl, auch wenn die Bayreuther richtig nah dran waren am 3:2. Auf der Gegenseite hatten aber auch die Hausherren noch Riesenmöglichkeiten zum 4:1. So aber blieb es weiter spannend für das Schlussdrittel.

„Nie mehr Oberliga“

Die große Frage war: Welche Mannschaft würde die größeren Kraftreserven haben? Selb, wie in den vergangenen Spielen auch? Oder doch die Bayreuther, die sich kampfstark präsentierten, bei denen die Hauptlast aber einmal mehr auf der ersten Reihe um Järveläinen, Hohmann & Co. lag. Zunächst durften die Tigers wieder in Überzahl agieren, was den Wölfen einige Energie raubte, aber nicht die Zwei-Tore-Führung. Die Selber Fans – egal, ob Opa und Oma, Papa und Mama oder die Allerjüngsten – spürten, dass ihr Team weiter Unterstützung benötigte. Schon zehn Minuten vor dem Ende erhoben sich auch die Sitzplatzbesucher. Um 19.17 Uhr kannte der Jubel schließlich keine Grenzen mehr, als ein „technisches Tor“ das 4:1 brachte. Es war geschafft. „Nie mehr Oberliga“, skandierten die Wölfe-Fans, ehe sich die Spieler auf die Ehrenrunden machten und noch lange mit ihren Anhängern und später wohl auch sich selbst feierten. „Und feiern können wir gut“, sagte ein strahlender Trainer Herbert Hohenberger, der vor allem für seine Mannschaft froh war, „dass sie es geschafft hat“. Auch ein Feuerwerk erleuchtete später noch den Selber Abendhimmel. Es war Glückseligkeit pur.

VER Selb: Bitzer (Weidekamp) – Slavetinsky, Boehringer; Walters, Deeg; Silbermann, Ondruschka; Gimmel - Miglio, Thompson, Leavens; Schwamberger, Vantuch, Gelke; Reuß, Hechtl, Hammerbauer; Naumann, Klughardt, Glemser.

Bayreuth Tigers: Herden (Steinhauer) – Davis, Kolozvary; Pruden, Schug; Gabriel, Menner – Järveläinen, Hohmann, Hudecek; Kunz, Bindels, Ratmann; Schumacher, Meier, T. Zimmermann.

Schiedsrichter: Brill/Sicorschi. - Zuschauer: 2609. – Tore: 5. Min Miglio (Slavetinsky, Böhringer) 1:0, 15. Min. Reuß (Silbermann, Ondruschka) 2:0, 17. Min. Leavens (Vantuch, Miglio) 3:0, 17. Min. Meier (Bindels) 3:1, 58. Min. Miglio (Leavens) 4:1. – Strafminuten: Selb 6, Bayreuth 0.

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