VER Selb Die Wölfe eröffnen die Jagd

Die Wölfe fühlen sich bereit für die Jagd nach den Eisbären Regensburg, dem amtierenden Meister der Oberliga Süd. VER-Trainer Herbert Hohenberger (hinten rechts) und sein Co-Trainer Marc Thumm (links daneben) setzen dabei auch auf die große Offensivpower um (vorne, von links) Lanny Gare, Steven Deeg, Sam Verelst, Marius Möchel und Jan Hammerbauer. Foto: Mario Wiedel

Der VER Selb empfängt in der Eishockey-Oberliga Süd diesen Freitagabend den amtierenden Meister aus Regensburg. Der Trainer bangt um den Einsatz von zwei Stürmern.

Selb - Mehr als acht Monate zwischen Hoffen und Bangen sind vorbei. An diesem Wochenende dürfen die Wölfe endlich wieder um Punkte kämpfen. Und der Auftakt hat es gleich in sich: Am heutigen Freitagabend (20 Uhr) gastiert mit den Eisbären der amtierende Meister der Oberliga Süd in der Netzsch-Arena, am Sonntag (18 Uhr, beide Spiele SpradeTV) gibt der VER beim EV Füssen, dem Überraschungsteam der vergangenen Saison, seine Visitenkarte ab. Für Wölfe-Trainer Herbert Hohenberger kommt das schwere Auftaktprogramm gar nicht so ungelegen: "Nach diesem Wochenende wissen wir gleich, wo wir in der Liga stehen." Die Blicke des Österreichers in Selber Diensten richten sich aber ohnehin nicht so sehr auf die Gegner, sondern auf seine eigene Mannschaft. Die soll nach dem großen Umbruch schneller, intensiver und körperbetonter spielen. Auch deshalb legte Hohenberger bei den Neuverpflichtungen ein Auge auf die Körpergröße der Spieler.

Frankenpost -Liveticker

Ab sofort bietet unsere Zeitung zu allen Oberligaspielen des VER Selb einen Liveticker an. Die Premiere findet an diesem Freitag gegen die Eisbären Regensburg statt. Unter www.frankenpost.de erfahren sie ab 19.30 Uhr alles Wissenswerte vor und während dem Spiel. red

Wichtig war dem Trainer auch eine größere Kadertiefe. "Die wird uns auf längere Sicht helfen", sagt Hohenberger, der so viel und so oft wie möglich mit vier Reihen agieren will. Er verweist dabei auf die Eisbären aus Regensburg, die im Vorjahr nach einem ganz schwachen Saisonstart mit ihrem Vier-Reihen-System noch zur Meisterschaft gestürmt sind. "Sie haben am Ende die meiste Luft gehabt." Für den VER-Coach sind die Oberpfälzer auch heuer der Hauptfavorit auf den Titel. "Da haben wir nichts zu verlieren. Wir wollen die Regensburger jagen und uns gut verkaufen." Das gehe am ehesten über Leidenschaft, Einsatz, Wille, Cleverness und Kleinigkeiten. "Wer diese Komponenten am besten unter einen Hut bringt, gewinnt."

Die Vorbereitung

Nicht nur Herbert Hohenberger, auch die Spieler sind froh, dass die Vorbereitung nun abgehakt ist. "Die Jungs waren sehr bemüht und haben sehr gut trainiert", sagt der Coach. Das Training sei sehr intensiv gewesen, auch weil mehr Leute zur Verfügung standen. "So kann man eine Stunde Power machen und auf hohem Tempo und gutem Level trainieren." Zufrieden äußerte sich Hohenberger auch mit den Leistungen in den Testspielen - und dass es nach den ersten Corona-bedingten Absagen und Verschiebungen überhaupt fünf geworden sind, sodass alle ausreichend Eiszeit und Spielpraxis sammeln konnten. "Auch hier haben wir gesehen, dass wir mit vier Reihen viel Tempo machen können." Natürlich gebe es Kleinigkeiten immer zu verbessern. "Aber dafür hat man das ganze Jahr Zeit. Die Saison wird ja auch kein Sprint, sondern ein Marathon."

Die Personallage

Dass trotz des Zuschauerausschlusses der eine oder andere Sitz in der Netzsch-Arena belegt sein wird, liegt nicht gerade im Interesse der Wölfe. Neben dem Langzeitverletzten Richard Gelke könnten mit Brad Snetsinger und Dennis Schiener zwei weitere Stürmer das heutige Auftaktspiel unfreiwillig von der Tribüne aus verfolgen müssen. Beide waren unter der Woche bei den Physios in Behandlung. "Es wäre schade, wenn wir nicht so starten könnten wie in den Vorbereitungsspielen", sagt Hohenberger. Eine Entscheidung sollte erst am Donnerstagabend fallen - oder vielleicht sogar erst am Freitagvormittag, wenn ein letztes leichtes Training ansteht. Der Trainer will auf jeden Fall Vorsicht walten lassen. "Wenn wir ein Finale vor der Brust hätten, würde ich sagen, sie sollen die Zähne zusammenbeißen. Aber zu diesem Zeitpunkt ist es zu früh, aus einer leichten Verletzung eine schlimmere zu machen", verweist Hohenberger auf den straffen Spielplan, der kaum Pausen zulässt. Wenn nicht der Coronavirus zuschlägt, von dem die Wölfe bislang verschont geblieben sind. Im Gegensatz zu den Teams aus Passau, Lindau, Weiden und Memmingen, die sich allesamt schon unter Quarantäne befanden.

Die Eisbären Regensburg

Der Titelverteidiger der Oberliga Süd kann auf ein eingespieltes Team zurückgreifen und wurde nur im Sturm mit vier Spielern ergänzt. Unter anderem mit Andreas Geigenmüller, der nach einer großen Zeit bei den Bayreuth Tigers eine eher schwache Saison beim VER Selb und ein Jahr Landesliga beim EHC Bayreuth hinter sich hat. auch wenn die Ambitionen in Regensburg von jeher sehr groß sind und seit Jahren von der Rückkehr in die DEL 2 geträumt wird, will Meistertrainer Max Kaltenhauser von der Favoritenrolle in der Sison 2020/21 nichts wissen. "Wir werden alles tun zu gewinnen und sind natürlich ehrgeizig", sagte der 39-Jährige der "Mittelbayerischen Zeitung". "Aber man muss sich die Kader realistisch anschauen. Das war vergangene Saison eine Herkulesaufgabe. Unser Kader war vergangenes Jahr sicher nicht der beste, Platz vier bis fünf von den Namen her. Heuer schaut’s sicher nicht anders aus. Im Gegenteil: Da sind Selb, Rosenheim, Deggendorf, Garmisch hat den Kader noch nicht voll, auch Memmingen ist wieder sehr stark." Kaltenhauser appelliert ans Eisbären-Umfeld, die Füße am Boden zu halten. Weil es nicht Standard sei, durch die Liga zu pflügen. "Das ist immer noch eine junge Mannschaft."

Der EV Füssen

Das Beste kommt zum Schluss, titelte der frühere 16-fache deutsche Meister auf seiner Homepage, als die Vertragverlängerung von Kapitän Eric Nadeau perfekt war. Der 46-jährige Dauerbrenner geht bereits in seine 16. Saison in Füssen und gilt als ein Vorbild an Einsatz und Führungsqualitäten. Nadeau soll auch heuer eine der großen Stützen einer jungen Mannschaft sein, die in der Vorsaison als Aufsteiger die Konkurrenz verblüfft hat. "Wir haben eine gute Truppe und werden ähnlich schlagkräftig sein wie im Vorjahr", strahlt Trainer Andreas Becherer (42) Zuversicht aus. Zumal mit Brad Miller und Florian Staudner zwei Routiniers aus Peiting künftig im Allgäu spielen.

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