VER Selb Vantuch wird ein deutscher Wolf

Hüne Lukas Vantuch hier im Zweikampf mit Bayreuths Ville Järveläinen. Foto: Mario Wiedel

Center Lukas Vantuch spielt auch in der nächsten DEL2-Saison für den VER Selb. Zudem erhält der Tscheche die deutsche Staatsbürgerschaft und macht damit eine weitere Kontingentstelle bei den Wölfen frei.

Grund zur Freude hat Sergej Waßmiller, Trainer der Selber Wölfe, derzeit nicht nur wegen der Hochzeit seiner Tochter. Auch im Verein nimmt das sportliche Gesicht immer mehr Konturen an, wo der Eishockey-Zweitligist weiter an seinem Kader für die nächste Saison in der DEL2 bastelt und jetzt bei einer weiteren Personalie Vollzug vermeldet. Stürmer Lukas Vantuch trägt auch in der kommenden Serie das Trikot der Wölfe. Zudem erhält der Tscheche bis zu Saisonbeginn die deutsche Staatsbürgerschaft und macht damit die bislang besetzte Kontingentstelle für einen anderen Ausländer frei. „Ich freue mich natürlich, wenn das so klappen sollte“, ist Leitwolf Sergej Waßmiller von der Rochade der Staatsangehörigkeit angetan. „Lukas ist ein erfahrener Spieler, der das Spiel auch steuern kann.“

Voraussetzung für dieses Szenario ist jedoch der Umstand, dass Vantuch bis Saisonbeginn den deutschen Pass auch erhält – nur dann erlangt das mit dem Tschechen unterzeichnete Arbeitspapier seine Wirksamkeit. Vantuch selbst wird wohl alles daran setzen, dass diese Formalität im Sommer dann endlich erledigt ist, denn der Center möchte sein Potenzial gerne weiter für die Wölfe aufs Eis bringen. „Es gibt sehr viele Gründe für mich, hier in Selb zu bleiben. Als ich letztes Jahr nach Selb gekommen bin, habe ich sehr genau gewusst, auf was ich mich einlasse. Es ging um nichts anderes als den Klassenerhalt“, blickt Vantuch zurück. „Das haben wir dann auch geschafft und diese für das Team sehr harte Zeit hat uns zusammengeschweißt. Ich habe die Stadt und das Umfeld kennen und schätzen gelernt. Hier in Selb wird sehr gute Arbeit geleistet. Es wird an der Weiterentwicklung des Eissportzentrums gearbeitet – die Pläne die man hat werden tatsächlich auch umgesetzt. Da geht einem richtig das Herz auf, wenn man sieht, was hier entsteht und ich möchte gerne weiterhin ein Teil davon sein, helfen, den Verein in der DEL2 zu etablieren.“ Vantuch stieß während der laufenden, letzten Saison zum Wolfsrudel.

Der 34-Jährige ist zwar nicht der Torjäger mit Killerinstinkt schlechthin, überzeugt aber mit seinem Bullyspiel, Ruhe, Spielaufbau und Dank seiner Größe von 1,96 Meter bei 104 Kilogramm Gewicht vor allem auch durch seine körperliche Präsenz. So gewinnt der Linksschütze überdurchschnittlich viele Anspiele, liest und gestaltet das Spiel, kann gut den Puck halten um das Geschehen nötigenfalls zu beruhigen und ist im Powerplay im Slot eine nur schwer verrückbare Sichtschutzwand für die gegnerischen Goalies.

„Ich will der Mannschaft in jeder Situation das geben, was sie gerade benötigt“, sagt Vantuch, dessen Routine aus allein 462 Spielen in der Extraliga, der höchsten tschechischen Spielklasse, für die Wölfe Gold wert sein könnte, wenn es denn auch klappt mit dem deutschen Pass.

Die neben Nick Miglio, Brett Tompson und Neuzugang Mark McNeill somit noch freie Kontingentstelle können die Selber Wölfe noch besetzen. Geht es nach Waßmiller wird eben diese dann mit einem Verteidiger besetzt. „Aber das entscheide ich ja nicht allein. Das erfolgt natürlich in enger Absprache mit den Verantwortlichen in der Vereinsführung“, so der Trainer, der keine Namen ins Feld führen will. „Es laufen viele Gespräche – entschieden ist aber noch nichts.“

Der Ex-Kontingentspieler ist derweil bemüht, die Frage mit der deutschen Staatsbürgerschaft zu klären und sich zeitgleich auf die nächste Serie vorzubereiten. „Ich arbeite jetzt im Sommer hart daran, so fit wie irgend möglich für die kommende Saison zu werden und bestens vorbereitet zu sein“, brennt in Vantuch schon wieder der Ehrgeiz. „Ich kann es kaum erwarten, dass es endlich wieder losgeht!“

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