VER Selb Wölfe gewinnen Turnier in Deggendorf

Der VER Selb gewinnt den Niemeier Haustechnik Cup des Deggendorfer SC. Nach dem 6:3 gegen die Gastgeber schlagen die Wölfe Herne im Finale mit 9:2.

Vorweg sei bemerkt, dass die Ansage im Deggendorfer Eisstadion vom Freitagabend, Feodor Boiarchinov hätte neben seiner schweren, langwierigen Schulterverletzung zusätzlich noch einen Kreuzbandriss erlitten, nicht der Wahrheit entspricht.

Nach dem 6:3-Halbfinalsieg über den gastgebenden Südoberligisten schlagen die die Wölfe vor 300 Zuschauern mit einer sehr überzeugenden Vorstellung auch den EV Herne aus der Oberliga Nord. Beim 9:2-Sieg präsentiert sich das Team von Sergej Waßmiller defensiv allgemein sehr stabil und vor allem konsequent im Nutzen der eigenen Chancen. Auch das Duell der Special Teams geht klar an den VER. Bei gutem, eigenen Penalty Killing trifft Selb fünfmal im Powerplay – einmal sogar in Unterzahl.

Das Endspiel des Niemeier Haustechnik Cups des Deggendorfer SC ist die Nachmittagssession, weil den Gastgebern auf jeden Fall das Abendspiel (18.30 Uhr) zuteil werden sollte. Weil die Schiris im Stau standen, erfolgt das Auftakt-Bully mit gut halbstündiger Verspätung kurz nach 15 Uhr. Herne, letzte Saison Hauptrundensiebter und in den Play-offs am damaligen Waßmiller-Team Memmingen mit 0:3 gescheitert, hatte in seinem Halbfinale am Samstag mit 4:1 über Selbs Ligakonkurrenten Crimmitschau triumphiert. Da war es den Miners gelungen, die Eispiraten offensiv aus dem Spiel zu nehmen und selbst gefährliche Konter zu setzen. Sofort ist erkennbar, dass gegen die Wölfe die gleiche Taktik zum Erfolg führen soll. Herne geht das gesamte Spiel über konsequent dahin, wo es weh tut, fährt die Checks zu Ende. Weil auch die Wölfe das Spiel sehr ernst nehmen, kommt es somit ab dem ersten Drittel immer wieder zu kleineren Keilereien auf dem Eis. „Grundsätzlich wollen wir keine Fights provozieren. Aber aggressiv sollen wir schon spielen“, begründet Michael Schaaf, warum Selb auch in einem Testspiel nicht um den Millimeter zurückzieht.

Drittel eins beginnt mit leichten Vorteilen für die Wölfe, die über Daniel Schwamberger, Nick Miglio und Nikita Naumann erste Akzente setzen. Herne versucht dann dagegenzuhalten und nachdem Michael Bitzer zweimal gegen Komov klären kann, kommt der EV nach schnellem Gegenstoß durch Seto zum Führungstreffer(12.). Der VER, der schon gegen den DSC Comebackqualitäten gezeigt hatte, ist aber weiterhin leicht überlegen und belohnt sich noch vor der ersten Pause mit dem Ausgleich. Nach Zuspiel von Lukas Vantuch schaufelt Max Gimmel im Vier gegen Vier, im Slot die Scheibe ins Tor (17.). „Auch heute lief es am Anfang noch nicht so richtig. Es hat eine Weile gedauert, bis wir in die Plays gekommen sind“, fasst Schaaf Abschnitt eins zusammen. „Aber da muss man Geduld haben. Wir haben ja auch viele junge Spieler. Wir müssen noch etwas körperlicher spielen, aber das wird schon.“

In Drittel zwei startet sein Team in Unterzahl, aber hoch konzentriert mit Turbo. Nach Konter besorgt Schwamberger nach Doppelpass mit Vantuch per Shorthander das 2:1 (22.). Und die Wölfe legen mit einem Doppelschlag nach. Ein Gewaltschuss Peter Trska im Powerplay stellt auf 3:1 (25.). Nur 21 Sekunden später gelingt Leon Fern mit einem verdeckten Schuss der vierte Selber Treffer. Der Zweitligist ist jetzt klar überlegen. Peter legt Miglio das 5:1 auf die Kelle (34.) und nachdem Miglio noch einen Penalty auslässt (35.), verkürzen die Miners in eigenem Powerplay, nach nächster Meinungsverschiedenheit, noch zum 5:2 durch Köhler (37.).

Im Schlussdrittel gehen Herne jedoch erkennbar die Kräfte aus – Selb dominiert auf ganzer Linie. Nach einem Schuss von Leon Fern von kurz nach der blauen Linie staubt Gelke im Slot zum 6:2 ab (48.) und lenkt nur wenig später einen Schuss von Naumann zum 7:2 ins Tor (51.). Der Deckel ist längst drauf – der Rest ist Gala. Nach weiteren Hochkarätern von Naumann, Gelke, und Jan Hammerbauer besorgt Steven Deeg, von hinter dem Tor angespielt, aus Halbdistanz das 8:2 (56.). Philip Woltmann stellt in der 59. Minute den 9:2-Endstand her – zweistellig schaffen es die Wölfe dann nicht mehr.

Unterm Strich präsentiert sich Selb nach der ersten Testspielniederlage gegen Sokolov beim Turnier in Deggendorf in allen Bereichen stark verbessert. Für Schaaf liegen die Hauptaufgaben in „der defensiven Abstimmung. Offensiv werden wir immer besser, aber in der Verteidigung haben wir noch ein paar Probleme mit dem Back Check oder mit dem Absprechen in der Zone. Ich denke, bis zum Saisonstart bekommen wir das hin.“

Jetzt freut sich der Neuzugang des VER auf seinen ersten Heimauftritt gegen den Höchstadter SC in der Netzsch Arena beim „Tag der Wölfe“ 4. September. „Ich habe schon viel von der lauten Halle gehört.“

VER Selb: Bitzer, Weidekamp – Silbermann, Pata, Fern, Gimmel, Trska, Deeg, Schaaf – Thompson, Naumann, Serikow, Klughardt, Krumnisch, Miglio, Woltmann, Schwamberger, Hammerbauer, Gelke, Vantuch.

Tore: 0:1 Seto (12.), 1:1 Gimmel (17.), 2:1 Schwamberger (22.), 3:1 Trska (25.), 4:1 Fern (25.), 5:1 Miglio (34.), 5:2 Köhler (37.), 6:2 Gelke (48.), 7:2 Gelke (51.), 8:2 Deeg (56.), 9:2 Woltmann (59.).

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