Du warst bei den Pfadfindern?
Ja. Ich bin immer noch Mitglied und besuche die Kids sogar ab und zu. Jedes Jahr sind ungefähr 200 Kinder und Jugendliche aus meinem Heimatort Geldern am Niederrhein dabei. Mein Vater hat den Pfadfinderstamm damals gegründet, deshalb war ich von Anfang an dabei.
Du hast praktisch das halbe neue Peter-Maffay-Album „Jetzt!“ geschrieben. Wie hat sich das ergeben?
Ich habe mich bei Peter, zusammen mit meinem Kreativpartner Benjamin Derndorff, hauptsächlich um die Texte gekümmert. Wir haben uns über die Jahre durch „Tabaluga“ und sein „MTV Unplugged“-Album angefreundet und immer intensiver ausgetauscht. Wir sind zusammen nach St. Peter Ording gefahren, wo ich immer gerne schreibe, und haben zwei Tage erstmal nur gequatscht, und ich schrieb ein bisschen mit, daraus entstand das Stück „Jetzt!“. Peter gefiel das. Am Ende war ich an sieben Songs beteiligt.
Maffay ist fast doppelt so alt wie du. Geht das, sich ihn so jemanden hineinzuversetzen?
Das ist gerade das Tolle. Peter ist in einer anderen Lebensphase, in die ich mich hineindenken kann, ohne mir selbst meine Geschichten wegzunehmen. So konnte ich andere Themen bearbeiten, als wenn ich für Kollegen schreiben würde, die in meinem Alter sind.
Verfolgst du, was deine Kollegen so veröffentlichen?
Ja, unbedingt. Einerseits wird die Luft ohnehin dünner, weil man viele Geschichten erzählt hat und sich nicht wiederholen will. Und zudem will man sich nicht ins Gehege kommen. Da muss man die Augen aufhalten. Wenn ich eine Idee für eine Zeile habe, dann schaue ich sogar im Internet nach, ob nicht einer von den anderen Jungs die auch schon benutzt hat. Denn das wäre ja peinlich (lacht).
Johannes Oerding live
Der Sänger tritt am 27. Juni um 19 Uhr beim „Tollwood Sommerfestival“ in der Musikarena in München auf. Karten gibt es im Ticketshop unserer Zeitung.