Verbindung nach Kulmbach Ex-Rosenthal-Manager wegen Mordes schuldig gesprochen

, aktualisiert am 07.07.2021 - 12:38 Uhr
Ein junger Spanner bekam es mit der Justiz zu tun. Foto: Archiv Foto: red

Das Landgericht Stuttgart hat den ehemaligen Rosenthal-Manager Hartmut M. am Mittwochvormittag wegen Mordes schuldig gesprochen. Nach Überzeugung des Gerichts hat M. vor über 25 Jahren eine Frau in Sindelfingen umgebracht.

Stuttgart/Kulmbach - Die damals 35-jährige Brigitta J. war auf dem Weg zu S-Bahn mit zahllosen Stichen getötet worden. Neben einem Messer hatte der Täter auch ein unbekanntes Werkzeug benutzt, dass dem Dorn einer Rohr-Einschlagschelle geähnelt haben muss.

Schon 2007 war Methling in einem Revisionsprozess vor dem Landgericht Würzburg wegen Totschlags zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden, weil er 2001 die damals 51-jährige Magdalene H. umgebracht hatte. Damals hatte er bei Schwarzenbach/Saale im Landkreis Hof gelebt.

Die Frau, die er als Anhalterin an der ungarischen Grenze mitgenommen hatte, war mit durchschnittener Kehle bei Thurnau (Landkreis Kulmbach) in einem Gebüsch neben der Autobahn gefunden worden. 

In einem ersten Prozess vor dem Landgericht Bayreuth war Hartmut Methling noch wegen Mangel an Beweisen freigesprochen worden. bei einer späteren Spurensicherung waren winzige Blutspuren von Magdalena H. in seinem Auto gefunden worden. 

Der Fall Brigitta J., der sich noch vor dem Fall Magdalena H. ereignete, war ein Vierteljahrhundert lang ungelöst geblieben. Erst dann wurde die DNA, die unter den Fingernägeln des Mordopfers gesichert worden war, zweifelsfrei Hartmut M. zu geordnet. Wenig später wurde er in Hamburg festgenommen.

Dort lebte der einst erfolgreiche und vermögende Manager nach der Entlassung aus der bekannten Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel ("Santa Fu") unter ärmlichen Verhältnissen in einer Gartenkolonie. Gesessen hatte er unter anderem, weil er unter den Decknamen "Garibaldi" den Ölkonzern Shell um Millionen erpressen wollte.

Neben der DNA-Spur wurde Hartmut M. auch ein Foto in der Online-Ausgabe der "Frankenpost" zum Verhängnis. Sie veröffentlichte während des Stuttgarter Prozesses ein Foto, das der freie Reporter Jörg Völkerling 2007 während des Würzburger Prozesses aufgenommen hatte.

Ein ehemaliger amerikanischer Pilot, der 1996 unmittelbar nach der Tat in Sindelfingen vor Ort war, hatte nach seiner ersten Aussage im Stuttgarter Prozess dieses Foto im Internet gefunden und den damaligen Täter wiedererkannt. "Das ist er, das ist verdammt nochmal der mordende Bastard", schrieb der Zeuge den Justizbehörden. 

Bein einer zweiten Gegenüberstellung im Stuttgarter Gerichtssaal musste Methling seine Maske abnehmen, die er bei der ersten Vernehmung getragen hatte. Der Zeuge aus den USA war sicher, dem Mörder von Sindelfingen gegenüber zu stehen. Das Gericht maß dem Wiedererkennen "eine starke Indizwirkung" zu.

Unter den Zuhörern im Gerichtssaal war auch die Tochter von Methlings zweitem Opfer Magdalena H. Sie brach während der Urteilsverkündung in Tränen aus.

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