Verein Kulturhammer Thomas Schmidt verteidigt Poetry-Slam-Titel

red

Vor voll besetztem Saal messen sich in Kaiserhammer zehn Slammer in der Kunst des Erzählens kurzer, unterhaltsamer Geschichten.

Gesamtbild mit dem Thomas Schmidt (Vierter von links), dem Sieger des Poetry Slams. Foto: pr.

Einen richtig interessanten Abend mit qualifizierter Kultur haben die Besucherinnen und Besucher beim VI. Poetry Slam im vollkommen ausverkauften Tanzsaal des Kulturhammers erlebt. Zehn Slammer hatten ihre Geschichten, Gedichte und Lieder mitgebracht, um sie dem Publikum zur Abstimmung vorzutragen. Slam-Master Theo Marberg stellte die Teilnehmer mit dem Hinweis vor, dass der Zufall eine paritätische Mischung ergeben habe: jung und gesetzt, Rookie und erfahrener Poet, Local-Dichter und angereiste, sowie weiblich und männlich.

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Wundertüten öffnen

„Ideale Voraussetzungen also, um die Wundertüten zu öffnen“, umschrieb Theo Marberg die Spannung, die vor jedem Slam zu spüren ist. Was wird man in den Fünf-bis-sechs-Minuten-Beiträgen zu hören bekommen? Wie fällt die Reaktion des Publikum aus? Wie berühren die Geschichten, die zwingend selbst verfasst sein müssen, die Zuhörer? Poetry Slam bedeutet im weitesten Sinne, dass die Welt aus Sicht der Protagonisten erklärt wird – mit zum Teil überraschend persönlichen Einblicken.

Schon in der Vorrunde mit den fünf Duellen „Text gegen Tex“ war die Qualität diesmal extrem hoch. Die Folge waren ganz enge Entscheidungen, die per Applaus durchgeführt wurden. Es war so eng, dass in einem Duell sogar die vorbereiteten Wertungstafeln herhalten mussten. Und auch da gab es – das war keine Überraschung – ein Unentschieden. So fand die Endrunde mit sechs Teilnehmern statt.

Qualität der Beiträge

Den Part der Zusammenfassung der Texte vor der Abstimmung übernahm Suna Elbasi, Vorsitzende des Kulturhammers. Wie ein roter Faden zog sich die Qualität der Beiträge der Slammer durchs Programm. Darunter allein vier Rookies, die ein tolles „erstes Mal auf der großen Bühne“ erlebten.

Wie Wolfgang Hermann, Kulturschaffender aus Tröstau, bei seinem ersten Slam im Alter von über 75 Jahren. Er hatte großartige Geschichten vorbereitet und zog locker in die Endrunde ein. Die genannte Wundertüte enthielt eine große Bandbreite von Beiträgen – von persönlichen, emotionalen und berührenden – bis zu humorvollen, unterhaltsamen Geschichten.

Unterschiedliche Geschichten

Ein wunderbares Publikum, so das Lob eines erfahrenen Slammers aus Kulmbach, trug die Teilnehmer durch das dreistündige Programm. Zur Endabstimmung traten letztlich Philippa aus Bremen und Thomas Schmidt aus Schwabach an; mit komplett unterschiedlichen Beiträgen. Mit der Begegnung eines etwas älteren Herren mit der heutigen Modernität und deren Begriffe, verteidigte schließlich Thomas Schmidt seinen Titel aus dem Jahr 2022.

Bei der nächsten Veranstaltung des Vereins Kulturhammer am Freitag, 10. Februar, ist die in Wurlitz bei Hof aufgewachsene Lyrikerin Nora Gromringer zu Gast in Kaiserhammer. Die Leiterin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg hat für ihr kulturelles Wirken viele Auszeichnungen bekommen, darunter 2015 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Karten gibt’s unter Telefon 09235/1532 und bei Paypal.