Vereinsleben Ein kleiner Chor mit Stehvermögen

Der gemischte Chor des Gesangvereins Cäcilia Hohenberg hat sich der Krise unter den Gesangvereinen nicht gebeugt. Regelmäßig treffen sich die 15 Sängerinnen und Sänger zu Proben und treten auch gerne öffentlich auf. Foto: Privat

Die Krisen der Gesangvereine haben auch Cäcilia Hohenberg einst getroffen. Doch die Sänger haben es geschafft und sich neu aufgestellt. Am 3. Dezember gestalten sie ein Kirchenkonzert.

Es gibt immer weniger Menschen, die sich in einem Chor aktiv engagieren wollen, und noch weniger sind bereit, in einem Verein Verantwortung im Vorstand zu übernehmen. Die Mitglieder des Gesangvereins Cäcilia Hohenberg haben das am eigenen Leib verspüren müssen. Weil sich kein neuer Vorstand finden ließ, ist vor einigen Jahren sogar der gesamte Singbetrieb eingestellt worden. Was anderen Gesangvereinen zugestoßen ist, nämlich das Aus für immer, wollten die rührigen Hohenberger Sängerinnen und Sänger aber nicht hinnehmen. Sie haben sich gemeinsam gegen den allgemeinen Trend gestellt und gewonnen. Der Chor ist wieder aktiv und intakt.

15 engagierte Sängerinnen und Sänger, das ist für einen kleinen Ort wie Hohenberg eine stolze Zahl, von der selbst Chöre in größeren Orten manchmal nur träumen können. Für Samstag, 3. Dezember, laden der gemischte Chor und der Männerchor um 19 Uhr zu einem Konzert in der Hohenberger St. Josefs-Kirche ein.

Elisabeth Klier ist die Schriftführerin des Vereins. Sie hat es miterlebt, als ihren Chor die Krise traf. „Uns hat der Vorstand gefehlt, wir mussten alles wieder neu aufbauen“, erinnert sie sich. Ein dreiviertel Jahr musste der Singbetrieb 2012 ruhen. Doch damit abfinden wollten sich die Hohenberger nicht. „Wir haben uns alle zusammengetan, wir wollten ja wieder singen.“ Langsam ging alles wieder in geordnete Bahnen. Seit Jahren bereits treffen sich die Aktiven regelmäßig zu Singstunden mit Chorleiter Bernhard Kraus und haben viel Spaß dabei.

Corona hat auch die Cäcilia in eine Pause gezwungen. Doch auch die hat dem Chor keinen Schaden zugefügt. Sobald es möglich war, wurden die Singstunden wieder aufgenommen. Und anders als bei anderen Vereinen ist keiner ferngeblieben, freut sich Elisabeth Klier.

Dass die Gesangvereine auch im Landkreis Kulmbach immer weniger werden findet Elisabeth Klier bedauerlich. Das liegt ihrer Meinung nach auch daran, dass es für die Chöre nicht mehr so viele Möglichkeiten zu Auftritten gibt. „Wir versuchen, dem entgegenzusteuern“, sagt Klier resolut. Ein geselliger Weinabend mit Gesang seine eine Option, das große Weihnachtskonzert eine andere.

Um sich auf das Konzert vorzubereiten, probt der Chor derzeit sogar wöchentlich. Wenn nicht gerade ein Auftritt bevorsteht, sind die Singstunden im 14-tägigen Takt im Hohenberger Pfarrheim. Gesungen wird immer freitags um 19.30 Uhr, und das ist keineswegs eine geschlossene Veranstaltung, betont Elisabeth Klier. „Neue Sängerinnen und Sänger sind bei uns immer gern gesehen“, sagt sie und lädt zum Mitmachen ein. „Wir könnten in jeder Stimme noch Verstärkung gebrauchen.“

Lieder und besinnliche Gedanken

„Adventliche Lieder und besinnliche Gedanken“ – das ist das Motto des Konzertabends am 3. Dezember. Gestaltet wird er vom gemischten Chor des Hohenberger Gesangvereins und vom Männerchor mit weihnachtlichen Weisen, die nicht alltäglich sind. Michael Kraus wird auf der Gitarre spielen, Matthias Wittich an der Orgel. Petra Friedrich und Andre Arnold steuern meditative Texte und besinnliche Gedanken zur Adventszeit bei.

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