Versammlung in Zell Heftige Diskussion um den Marktplatz

Harald Judas
  Foto: Harald Judas/Harald Judas

Zur Bürgerversammlung geht es in Walpenreuth vor allem um Zell. Zwei Themen brennen den Bürgern auf den Nägeln.

Nachdem einige Zeller in das Gasthaus „Grüner Wald“ in Walpenreuth gekommen waren, standen auch bei der ersten Bürgerversammlung für die Außenorte zwei Fragen aus der Marktgemeinde selbst im Mittelpunkt. Diskutiert wurden die Zukunft des Kriegerdenkmals und des Marktplatzes, vor allem des nach einem Abriss leerstehenden Areals Marktplatz 3.

Rund um das Areal Marktplatz 3 erinnerte Historiker Adrian Roßner daran, dass während des Planungsprozesses eigentlich immer davon gesprochen wurde, dass dort ein neues Gebäude hingebaut werden sollte. Umso überraschter hatte man deshalb in Zell vernommen, dass die Planungen nun gestoppt wurden. Bürgermeister Horst Penzel erinnerte daran, dass sich im Zuge schwieriger Verhandlungen mit dem Fördergeber die Kosten deutlich erhöht hätten und man daher abwarten wolle: „Schauen wir, wie sich die Preise entwickeln.“ Adrian Roßner wandte ein: „Es war klar, dass nicht alle für das Haus waren.“ Doch nach der Entscheidung hatte es geheißen, es werde gleich gebaut. Nun die Kehrtwende. Dabei habe auch der Abbruch schon Geld gekostet. Bürgermeister Penzel entgegnete ihm: „Man kann nicht auf Teufel komm raus bauen“. Wo Roßner weiter nachhakte; „Wenn man nach einigen Jahren immer noch nichts machen kann, bleibt es dann so?“ Er fragte, ob nicht Planungsfehler vorlägen. Die Frage sei auch nach einigen weiteren Meinungen der Zuhörer zu stellen. „Das Geld zurückholen“, fasste Adrian Roßner die Stimmung in der Versammlung zusammen. Er regte ein Fassadenprogramm an, um den Markt aufzuwerten.

Zum zweiten großen Thema, dem Kriegerdenkmal, hatte Adrian Roßner schon vorab eine Anfrage an Bürgermeister Horst Penzel gerichtet. Der erinnerte an die Vorgeschichte zu dem Punkt. 2016 wurde ein Beschluss ausgeführt und auf dem dortigen Areal stattliche Bäume entfernt. Anwohner sagten seinerzeit, sie seien Gefahrenpunkte. Gesagt wurde damals, dass die gefällten Bäume neu angepflanzt werden. Wie der Bürgermeister erklärte, seien diese bis heute nicht ersetzt worden, weil es an der Stelle eine spitze Einmündung gibt und es eine belebte Straße sei. Dann war als Lösung überlegt worden, das Denkmal einfach zu verlegen. Vor allem nachdem der Hausabriss im Waldsteinweg 8 geplant war und ein dorthin verlegtes Denkmal den entstandenen freien Platz hätte aufwerten können. Am bisherigen Standort wäre dann nämlich die Neugestaltung des Bereichs möglich geworden. Leider seien einige Zeller auf die Barrikaden gegangen, so der Bürgermeister. Und Penzel betonte: „Ich will mich nicht gegen Strömungen durchsetzen.“

Adrian Roßner sprach sich erneut gegen ein Versetzen des Denkmals aus. Er erinnerte an den zuletzt gefassten Beschluss, dass auf das Areal Waldsteinweg 8 Wohnbebauung kommen soll. Vor allem aber auch daran, dass das Grundstück einst gestiftet worden war, „um das Denkmal hinzustellen“. Penzel sagte, der Gemeinderat wolle dort Wohnbebauung. Er, selbst ein Befürworter der Verlegung des Denkmals, überlegte laut, ob man nicht vielleicht alle Zeller zur Abstimmung bitten sollte.

 

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