VGF entscheidet schweren Herzens Die Fans müssen draußen bleiben

Hach, was waren das für Zeiten, als die vielen VGF-Fans ihre Mannschaft noch zum Sieg treiben durften. Am Samstag muss die MAKarena komplett leer bleiben. Foto:  

Der Volleyball-Drittligist VGF Marktredwitz erwartet an diesem Samstag zum ersten Rückrundenspiel den TSV Zirndorf. Das Sportliche gerät aktuell aber in den Hintergrund.

Marktredwitz - Es sind turbulente Zeiten für Hobbysportler. Und das schon seit fast zwei Jahren. Während die Volleyball-Saison 2020/21 wegen Corona relativ schnell komplett abgesagt wurde, klammert sich der Verband derzeit noch an eine Fülle an Regelungen. Für die VGF Marktredwitz ist das natürlich eine Herausforderung, umfasst die 3. Liga doch drei Bundesländer. Und dass Bayern, Sachsen und Thüringen die derzeitigen Hotspots der Coronakrise darstellen, macht das ganze Thema nicht einfacher – was ein Blick auf die aktuellen Regeln verdeutlicht:

– Der Spielbetrieb muss unter der 2 G-plus-Regel durchgeführt werden.

– Die Teams aus Sachsen können bis zum Jahresende nicht am Spielbetrieb teilnehmen, da dort die Sportstätten bereits bis 31. Dezember gesperrt sind.

– In Bayern können nur die Teams starten, bei denen im Landkreis die Inzidenz unter 1000 liegt.

Unter der Woche gab es zwar einen Vorstoß der 3. Liga, als Profiliga eingestuft zu werden, um den Spielbetrieb uneingeschränkt unter 3 G fortsetzen zu können. Nach heftigem Gegenwind – unter anderem auch von der VGF – wurde dieses Vorhaben jedoch abgeblasen.

Bei den derzeitigen, sich täglich ändernden Entwicklungen könnte das Heimspiel der VGF Marktredwitz an diesem Samstag (20 Uhr) gegen den TSV Zirndorf zu einem kleinen Deja vu werden. Bereits im vergangene Jahr bestritten die Fichtelgebirgler Ende Oktober ihren letzten Spieltag gegen Zirndorf, ehe es einen Lockdown und damit einhergehend einen Saisonabbruch gegeben hat. In der aktuellen Lage klammert sich der Verband zwar noch an eine Fortführung der Saison, andere Sportverbände haben jedoch bereits ihre Aktivitäten ausgesetzt.

Revanchegelüste

Aber nun zum Sportlichen: Mit dem TSV Zirndorf haben die Marktredwitzer noch ein Hühnchen zu rupfen. Die Liebscher-Schützlinge waren den Mittelfranken beim Saisoneröffnungsspiel mit 2:3 unterlegen und mussten gleich Punkte liegen lassen. Dass diese Partie auch für die Tabelle eine entsprechende Brisanz hat, kommt noch zusätzlich dazu. Die VGF hat fünf, der TSV drei Punkte auf dem Konto. Mit einem Sieg könnten die Hausherren also sogar in die vordere Hälfte ihrer Vorrundengruppe vorstoßen und würden sich nach hinten ein schönes Punktepolster erarbeiten. Doch schon im Hinspiel erwiesen sich die Mittelfranken als harte Nuss. Mit Tim Rosenow haben sie einen überragenden Angreifer in ihren Reihen, der bereits über viele Jahre Bundesligaerfahrung verfügt. Zudem konnte auch der Ex-Marktredwitzer Marko Knauer im Hinspiel überzeugen.

Glänzt Houda wieder?

Bei der VGF hofft man auf eine erneute Glanzleistung von Tomas Houda, der anscheinend langsam angekommen zu sein scheint. Viel Optionen bleiben Trainer Jan Liebscher sowieso nicht, nachdem der ohnehin schmale Kader wohl wieder nicht voll zur Verfügung steht. Joschi Liebscher ist gesundheitlich angeschlagen, Jonas Lindner weilt seit Ende September zu einem Praktikum in Baden-Württemberg und steht nur sporadisch zur Verfügung. Nichtsdestotrotz will die VGF die volle Punktzahl in der heimischen MAKarena behalten.

Livestream via Facebook

Einen großen Wermutstropfen gibt es: Nachdem die Kapazität bei den vergangen Heimspielen ohnehin schon beschränkt war, wurde die Grenze durch die neue Infektionsschutzmaßnahmenverordnung nochmals abgesenkt. Aktuell wären maximal 30 Personen zugelassen, weshalb sich die VGF schweren Herzens entschieden hat, komplett auf Zuschauer zu verzichten. Dafür versuchen die Verantwortlichen einen Livestream via Facebook aufzubauen, um zumindest so das Erlebnis Volleyball nach außen zu tragen. JL

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