VGF Marktredwitz Ein würdiges Saisonfinale

Setzte die VGF-Angreifer immer wieder hervorragend ein: Jonas Zusann. Zum Sieg reichte es dennoch nicht ganz. Foto: Peter Perzl

Die VGF Marktredwitz muss sich den Donau Volleys Regensburg wegen einer Fehlentscheidung knapp geschlagen geben. Fast aber wären die verbliebenen Akteure die „glorreichen Sieben“ geworden. Ein Novum hat die Partie auch zu bieten.

 
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Es war ein würdiges Saisonfinale und aller Ehren wert, was die übriggebliebenen Akteure der VGF Marktredwitz am Samstagabend in der Oberpfalz aufs Parkett zauberten. Fast wären es die „glorreichen Sieben“ geworden, die in Regensburg den Sieg schon eingetütet hatten. Doch eine Fehlentscheidung des Schiedsgerichts beim Matchball der VGF eröffnete den Hausherren die Möglichkeit zum eigenen Erfolg, die sie letztendlich dann auch nutzten.

Das Bild war schon ein wenig skurril, als die VGF die Halle betrat. Die Donau Volleys, ausgestattet mit 14 Mann, hätten durchaus auch ein internes Trainingsspiel untereinander bestreiten können. Die Marktredwitzer hingegen betraten die Halle zu siebt, also mit den Spielern, die vom ursprünglichen 13er-Kader noch übrig geblieben waren. Einen Vorteil hatte der Sachverhalt: Coach Jan Liebscher musste nicht lange wegen der Aufstellung überlegen. Ein Novum im hochklassigen deutschen Volleyball: Liebscher verzichtete auf den obligatorischen Libero und ließ die Mittelblocker auch hinten im Spiel.

Zusann mit bärenstarker Leistung

Was die Seinen dann in einer gut gefüllten Sporthalle zelebrierten, war eines Saisonfinales absolut würdig. Es war eine 180- Grad-Wendung im Gegensatz zur Vorwoche, als die VGF sang- und klanglos in Friedberg untergegangen war. Eine bärenstarke Leistung zeigte der zuletzt oft kritisierte Jonas Zusann, der seine Angreifer hervorragend einsetzte, taktisch sehr klug spielte und immer wieder dafür sorgte, dass seine Spieler leichtes Spiel am Netz hatten.

Angetrieben von zahlreichen Marktredwitzer Fans, die stimmungsmäßig die Kontrolle über die Regensburger Halle übernahmen, legte die VGF los wie die Feuerwehr. Um jeden Ball wurde gekämpft, im Angriff wurde volles Risiko gegangen. Allem, was übertrieben gesagt nicht in der Donau landete, wurde hinterhergehechtet. Die Marktredwitzer knüpften an all dem an, was sie in der Vorrunde so stark gemacht hatte. Das Resultat war eine klare Führung im ersten Satz (14:8/22:16), welche in Durchgang eins souverän ins Ziel gebracht wurde.

Und weiter ging der wilde Ritt. Die VGF spielte sich in einen Rausch, führte bereits mit 8:2 im zweiten Satz, bevor der erste große Einbruch kam. Regensburg übernahm zur Satzmitte die Führung, die Marktredwitz nicht mehr einholen konnte. Satzausgleich. Doch wie an diesem Abend fast schon normal, schüttelten sich die Fichtelgebirgler einmal, ließen Durchgang zwei mental hinter sich und zeigten wieder, zu was sie auch dezimiert zu leisten im Stande sind. Der Verlauf des dritten Satzes ähnelte wieder dem des ersten. Ab der Satzmitte klare Führung der VGF und Satzgewinn mit 25:20.

Dürftige Erklärung des Schiedsrichters

Doch auch die Donau Volleys wollten die Saison mit einem Erfolg beenden, bissen sich in die Partie und gestalteten den vierten Satz ausgeglichen. Beim Stand von 19:15 erkämpfte sich die VGF eine Führung, die sie jedoch schnell wieder abgab. Dann folgte die Fehlentscheidung des Abends. Matchball der VGF beim Stand von 24:23, Angriff der Regensburger ins Aus. Die VGF wähnte sich schon als Sieger, doch der zweite Schiedsrichter sah einen Netzfehler des Marktredwitzer Blocks. Proteste auf Seiten der VGF halfen nichts, auf Nachfrage erläuterte der zweite Schiedsrichter, das Netz habe gewackelt. Eine dürftige Erklärung bei einem Matchball, zumal der Schiedsrichter nicht einmal sagen konnte, wer denn im Netz gewesen wäre.

Somit musste der Tiebreak das Spiel entscheiden. Auch da erarbeitete sich die VGF einen leichten Vorsprung, verspielte diesen jedoch zur Satzmitte wieder. Am Ende sicherten sich die Regensburger mit einem erfolgreichen Angriff den Sieg und somit Platz 5 in der Aufstiegsrunde.

Erhobenen Hauptes in Sommerpause

Die VGF Marktredwitz geht nach der schwierigen zweiten Saisonhälfte mit Verletzungen sowie Un- und Ausfällen der halben Mannschaft erhobenen Hauptes aus der Saison. Die kleine oberfränkische Stadt gehört nach wie vor zu den besten 83 Volleyballteams im deutschen Männervolleyball. Darauf können alle Verantwortlichen und auch die Spieler extrem stolz sein

VGF Marktredwitz: Jan Liebscher, Janek Lindner, Soderer, Houda, Zusann, Weber, Tiepner, Zakovsky.

Sätze: 3:2 (21:25, 25:21, 20:25, 26:24, 15:13)F. – Spielzeit: 110 Minuten (24, 23, 22, 26, 15). – Schiedsgericht: Emilija Ivica, Stefan Simon. – Zuschauer: 200.

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