VHS Marktredwitz Finale der „Weltgesichter“

red
Hofft bei der letzten Veranstaltung auf viel Publikum und insgeheim auf einem Restart der Reihe „VHS-Weltgesichter“: Initiator Uwe Kuchenbäcker. Foto:  

„Abschluss-Ball“ nennt Uwe Kuchenbäcker die letzte Veranstaltung einer besonderen Länderkunde-Reihe der Marktredwitzer Volkshochschule. Zum Abschied gibt es eine Art „Best of“ Multivision mit sieben Referenten.

 
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Nach 28 Jahren verabschiedet sich am 17. November die Reihe „VHS-Weltgesichter“ von Bühne und Publikum. „Abschluss-Ball“ hat Uwe Kuchenbäcker den letzten Vorhang für ein Stück Volkshochschul-Arbeit getauft, dessen Ursprung im Jahr 1994 zu finden ist.

Da erreichte Uwe Kuchenbäcker in seinem Marktredwitzer VHS-Büro das Angebot, einen Vortrag über Island ins Programm zu nehmen. So sehr das Thema interessierte, so sehr wollte der Honorarwunsch des Referenten nicht ins damalige VHS-Gefüge passen. Trotzdem wurde nicht verhandelt und eine Ausschreibung gemacht. Bis am 27. Oktober 1995 „Island – Geheimnis der Stille“ in der „Städtischen Turnhalle“ (heute die Stadthalle) seine Premiere in Marktredwitz hatte. Das wurde auch die Premiere für das, was sich zur Reihe „VHS-Weltgesichter“ entwickeln sollte.

Neues Medium entdeckt

Nach diesem Abend, erzählt Kuchenbäcker, musste er seine eigenen Klischees zum Thema „länderkundlicher Vortrag“ neu überdenken. Plötzlich war für einen Vortrag alles größer gedacht: die Leinwand, die Technik, die Fotografie. Und ein Mensch wusste mit den Bildern wirklich eine Geschichte zu erzählen. Live. Für die Arbeit in der Volkshochschule war eine neues Medium entdeckt.

Diese Premiere sollte über die Jahre viele weitere Themen und ihre namhaften Referentinnen und Referenten nach Marktredwitz locken. Denn in der Branche hatte die Arbeit der VHS Marktredwitz und später der VHS Fichtelgebirge den Status „klein, aber fein“ erreicht. Das konnte man im Herbst 2019 mit einem großen „Special“ zur 100. Veranstaltung der „VHS-Weltgesichter“ feiern.

Nachwehen der Corona-Pandemie

Warum soll nach all dem Positiven dann 2023 der letzte Vorhang fallen? Kuchenbäcker nennt nicht allein die 28 Jahre als Grund. Zum Befund gehören auch die Verwerfungen der Corona-Pandemie. Für alle, die Kulturarbeit und Live-Events zusammen denken war das eine schmerzhafte Zäsur, deren Nachwehen bis heute spürbar sind. Die Pflege, die eine Veranstaltungsreihe braucht, sei zunehmend schwerer geworden, sagt Kuchenbäcker. Hinzu kamen und kommen Auswirkungen der digitalisierten Welt. Viele Menschen wandern Richtung Video-Plattformen und in den Stream ab. Ein Umbruch, den schon das Kino erleiden musste, selbst wenn für Uwe Kuchenbäcker außer Frage steht: „Spielfilme und Multivisionen haben auf Tablet- und Handy-Bildschirm nichts verloren.“ Für ihn bleiben beide Erzählformen für die große Bühne, die große Leinwand gebaut. Eben das will man beim „Abschluss-Ball“ am 17. November dem Publikum noch einmal zeigen und vielleicht das Plädoyer für einen Restart geben.

Ticketverkauf läuft schon

Dafür basteln gleich sieben Referentinnen und Referenten an einer Art „Best of“: Petra und Gerhard Zwerger-Schoner, Aneta und Dirk Bleyer, Thomas Sbampato, Thomas Herbrich und Hardy Fiebig. Musikalische Noten unterstützen. Hinzu kommen ein Catering und zwei Gewinnspiele, denen das Wort „Ball“ zum Stichwortgeber wurde. Mehr will Uwe Kuchenbäcker zum Programm noch nicht verraten, weil manches noch im Werden ist.

Trotzdem löst die VHS Fichtelgebirge in Marktredwitz schon jetzt ein Versprechen ein, das in der Broschüre „VHS Weltgesichter 2023“ gegeben wurde: Tickets für den Live-Abend „Abschluss-Ball“ gibt es ab sofort im Vorverkauf, auch bei der Tourist Information Marktredwitz, Telefonnummer 09231/501128 und in der Marktredwitzer VHS in Fikentscherstraße 19, Telefonnummer 09231/5115. Denn natürlich wünscht sich Uwe Kuchenbäcker ein volles Haus.

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