Vogel-Zählaktion Besuch von Spatz, Blaumeise und Co.

red

Die „Stunde der Wintervögel“ findet zum 18. Mal statt: Im Zeitraum vom 6. bis zum 8. Januar sind Vogelfreunde aufgerufen, zu zählen, welche Vogelarten da sind. Am Samstag gibt es in Kulmbach eine besondere Aktion.

Auch sie sind häufige Gäste an den Futterhäuschen, die prächtigen Gimpel, auch Dompfaff genannt. Foto: Sturm

Ab dem Dreikönigstag sind alle Vogelfreunde eingeladen, die Vögel im Garten, am Balkon oder im Park zu beobachten, zu zählen und dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) zu melden. Die „Stunde der Wintervögel“ findet in Bayern zum 18. Mal statt. Im Zeitraum vom 6. bis zum 8. Januar kann sich jeder Interessierte eine Stunde Zeit nehmen und zählen, wie viele Vogelarten er beobachten kann.

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Der bayerische LBV ruft zusammen mit seinem bundesweiten Partner Naturschutzbund Deutschland (NABU) dazu auf. Die LBV-Biologin Angelika Nelson will dazu anregen, mitzumachen: „In der kalten Jahreszeit, in der sich viele die Natur lieber von einem gemütlichen Platz im Warmen aus anschauen, ist das Zählen von Rotkehlchen, Blaumeise und Grünfink vor dem Fenster eine bunte Abwechslung und entspannende Beschäftigung.“

Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen können ihre Beobachtungen an den Zähltagen dem LBV bis zum 16. Januar melden. Das geht am einfachsten online unter www.stunde-der-wintervoegel.de.

Vögel zu beobachten schenkt eine Pause vom Alltag. Es fördert Lebensqualität sowie Gesundheit und macht glücklich, wie auch wissenschaftliche Studien zeigen. Mit einer Teilnahme an der „Stunde der Wintervögel“ tut man nicht nur sich selbst etwas Gutes, sondern liefert wichtige Daten über die heimische Vogelwelt. Die LBV-Biologin erklärt: „Besonders im Winter tut sich bei unseren Vögeln mehr, als man denkt. Bergfink, Erlenzeisig und in manchen Jahren auch der seltenere Seidenschwanz ziehen aus dem hohen Norden oder aus den Wäldern in den Siedlungsraum nach Bayern. Um diese Ereignisse zu dokumentieren, braucht es flächendeckend Beobachterinnen und Beobachter.“

Vögel sind zwar mit ihrem dichten Daunenfederkleid gut an die Kälte angepasst, einen Nahrungsmangel erdulden sie jedoch nicht so leicht. Wenn im Norden Skandinaviens und in Russland die Beeren der Eberesche rar sind, sammeln sich Seidenschwänze in Trupps und ziehen auf der Suche nach Nahrung immer weiter in den Südwesten. Verschärft Schneefall die Situation, kommt es bis in den Dezember zu Massenfluchten. „Als typische Fruchtfresser machen sich Seidenschwänze über alle verfügbaren Beeren und Fallobst her. Wählerisch sind sie bei den Früchten nicht, denn sie vertragen dank ihrer großen Leber sogar teilweise gegorene Beeren“, weiß Angelika Nelson.

Sogenannte Invasionen gibt es nicht nur beim Seidenschwanz, sondern auch bei Bergfinken und Tannenhähern. „Mangelt es in Sibirien an Zirbelkiefer-Samen, kommen Tannenhäher in Scharen zu uns. Seit dem Mittelalter sind Bergfinken-Einflüge bekannt. In Jahren mit vielen Bucheckern in Bayern finden sich Millionen Vögel in unseren Wäldern ein“, sagt die LBV-Biologin.

Live-Online-Zählung

Alle, die gerne noch einmal üben wollen oder Fragen zur „Stunde der Wintervögel“ haben, lädt der LBV am Freitag, 6. Januar, um 10 Uhr zu einer Live-Online-Vogelzählung mit der LBV-Biologin Angelika Nelson auf seinem You-Tube-Kanal ein. „Wir starten mit einem Vogelquiz und werden dann eine Stunde lang die Vögel zählen, die wir über die Webcam an der LBV-Futterstelle in Hilpoltstein sehen. Dabei beantworten wir auch alle Fragen rund um die Aktion und unsere häufigen Wintervögel“, informiert LBV-Pressesprecher Markus Erlwein.

Zählung im Januar 2022

An der großen Vogelzählung im Januar 2022 haben sich über 34 000 Menschen in Bayern beteiligt. Insgesamt gingen Meldungen aus mehr als 24 000 Gärten und Parks ein. Der Haussperling ergatterte den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Bayerns Gärten; Kohlmeise und Feldsperling folgten auf Platz zwei und drei.

Aktion Stunde der Wintervögel in Kulmbach-Seidenhof

Wie sieht ein Buntspecht, eine Amsel oder ein Eichelhäher eigentlich aus? Im Rahmen der Stunde der Wintervögel hat sich die LBV Kreisgruppe Kulmbach etwas einfallen lassen. Die Kinder- und Jugendgruppe lädt alle Interessierten ein, die Vogelwelt zu erkunden. Um 8.30 Uhr geht es am Samstag am Kleintierzuchtverein Seidenhof auf Entdeckungsreise. Zur Seite stehen die Leiterin der Kinder- und Jugendgruppe, Christine Taubner und Vogelkundiger Frank Schneider, wenn es gilt herauszufinden, welche Vogelarten bei uns leben und diese zu bestimmen.

Tags darauf gibt es in der Ökostation in Helmbrechts ebenfalls eine Zähl-Aktion. Am Sonntag von 10 bis 11 Uhr können die gefiederten Gäste durch die großen Scheiben des Seminarraums beobachtet werden, während bei Tee, Kaffee und Gebäck die Vogelexperten der LBV-Kreisgruppe mit ihrer Artenkenntnis helfen.

Stunde der Wintervögel an der LBV-Öko-station Helmbrechts

Am Sonntag, 8. Januar, lädt das Team der Ökostation zum gemeinsamen Zählen ein. Von 10 bis 11 Uhr können die gefiederten Gäste durch die großen Scheiben des Seminarraums beobachtet werden, während bei Tee, Kaffee und Gebäck die Vogelexperten der LBV-Kreisgruppe mit ihrer Artenkenntnis helfen.

„Schulstunde der Wintervögel“

Vom 9. bis 13. Januar sind alle Kinder zur „Schulstunde der Wintervögel“ eingeladen, die Wintervögel spielerisch kennenzulernen, zu beobachten und eine Stunde lang auf dem Schulhof, im Park oder im Garten zu zählen. Welche Vögel verbringen den Winter in Deutschland, und wie können sich schon Kinder für ihren Schutz einsetzen? Informative Materialien zu den häufigsten Wintervogelarten für Schulkinder gibt es unter www.lbv.de/schulstunde-der-wintervoegel.

Mitmachen
  Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte bürgerwissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum 18. Mal in Bayern statt. Dabei kann jeder eine Stunde lang von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen. Notiert wird die höchste Anzahl an Vögeln, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Die Ergebnisse meldet man an den LBV.

Melden
 Bis 16. Januar kann man das Ergebnis auf www.stunde-der-wintervoegel.de melden. Am 7. und 8. Januar von 10 bis 18 Uhr ist für telefonische Meldungen die kostenlose Nummer 0800/1157-115 geschaltet. 

www.stunde-der-wintervoegel.de