"Das stellt uns in Deutschland vor erhebliche Herausforderungen: etwa, uns in Drittmärkten stärker gegen die chinesische Konkurrenz zu behaupten, aber auch stabile, möglichst vollständige Lieferketten aufzubauen, ohne dabei von China abhängig zu sein", sagte die VDMA-Chefrepräsentantin in China, Claudia Barkowsky.
"Der Zugang zum chinesischen Markt wird künftig stärker an lokale Produktion und Forschung geknüpft sein", erwartet die Chefrepräsentantin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in China, Elisa Hörhager. Für deutsche Unternehmen bedeute das mehr Lokalisierung und höhere Anforderungen an den Umgang mit Technologie. Darunter werde das exportgetriebene Geschäft leiden, erklärt Hörhager.
Welche Vor- und Nachteile hat ein solcher Plan?
Befürworter verweisen darauf, dass China - anders als Demokratien mit kurzen Wahlzyklen - langfristig planen kann. Strategische Projekte in Infrastruktur, Industrie oder Technologie werden über Jahre hinweg verfolgt, ohne politische Kurswechsel nach Regierungswechseln. Das ermöglicht große, koordinierte Investitionen etwa in Hochgeschwindigkeitszüge oder den rasanten Ausbau erneuerbarer Energien.
Kritiker sehen jedoch strukturelle Risiken. Wenn politische Ziele von oben vorgegeben und stark mit staatlicher Förderung unterlegt werden, kommt es leichter zu Fehlanreizen. Viele Provinzen versuchen, auf dieselben Branchen zu setzen, die von der Regierung hervorgehoben werden.
Das kann zu Überkapazitäten führen, wenn viele Unternehmen und Fabriken mehr produzieren als der Markt aufnehmen kann. Beispiele sind die Solarindustrie oder zuletzt Elektroautos, wo ein rasanter Ausbau zu starkem Preiswettbewerb geführt hat.
Teils entstünden "Zombie-Unternehmen", sagt Merics-Experte Alexander Davey. Gemeint sind Firmen, die trotz fehlender Gewinne weiterproduzieren, weil sie politisch gestützt werden oder Arbeitsplätze sichern sollen.