Er pult an seinen Nägeln, kaut an der Kordel seines Kapuzenpullovers, lächelt verlegen. Fast als sanft könnte man das Auftreten des 35-Jährigen beschreiben, der da neben seinem Anwalt in einem Saal des Hofer Landgerichts sitzt. Manchmal fällt er der Richterin kurz ins Wort. Nicht wie ein krakeelender Tunichtgut, sondern wie einer, den eine Unruhe plagt. Danach entschuldigt er sich: „Alles gut“, sagt er immer wieder. Er hat eine kurze Lunte – und er weiß es. Das mit der kurzen Lunte – „ich glaube, genau das ist das Problem, ne?“, erwidert Richterin Melanie Philipp auf eines seiner Selbsteingeständnisse.