Bereits damals, als die Stuttgarter immer neue Erfolge vermeldeten und dem Mutterkonzern einen großen Teil des Gewinns in die Kassen spülten, dürfte die Arbeitsbelastung riesig gewesen sein. Nun läuft es bei den Schwaben aber auch nicht mehr rund. "In China ist der Luxusmarkt komplett eingebrochen", sagt Blume. Ein Viertel des vorherigen Porsche-Gesamtvolumens sei allein dadurch nicht mehr vorhanden. Außerdem belasten die US-Zölle und der schleppende Hochlauf der E-Mobilität den Sportwagenbauer.
Hinter Porsche liegt daher ein turbulentes Jahr: Die ambitionierten Elektro-Ziele wurden kassiert - und die geplante Batteriefertigung gleich mit. Auch neue E-Modelle wurden verschoben. Richten soll es angesichts der "Marktrealitäten und Kundenbedürfnisse" stattdessen ein Verbrenner-Comeback bis weit ins nächste Jahrzehnt. Die Maßnahmen kosten den Sportwagenbauer Milliarden. Die Manager in Zuffenhausen können wohl froh sein, wenn sie am Jahresende schwarze Zahlen in den Büchern stehen haben.
Deshalb soll weiter gespart werden. Ein zweites Paket wird gerade zwischen dem Unternehmen und Arbeitnehmervertretern ausgehandelt. Dabei dürfte nach dpa-Informationen neben zusätzlichen Stellenstreichungen auch die Jobsicherung zur Debatte stehen. Auch der Vorstand wurde zuletzt mehrfach umgebaut - und zu allem Überfluss flog Porsche drei Jahre nach seinem fulminanten Börsengang auch aus dem deutschen Aktien-Leitindex Dax.
"Doppelrolle ist nicht für die Ewigkeit ausgelegt"
Investoren werfen Blume schon lange vor, ein "Teilzeitvorstandsvorsitzender" zu sein. Angesichts der Krise mehren sich die kritischen Stimmen. Dem stellte sich Blume im Interview erneut entgegen: "Diese Doppelrolle wurde bewusst gewählt", sagt der Top-Manager. Bei der Restrukturierung des Konzerns habe das enorme Vorteile: "In einem Unternehmen die Verantwortung zu tragen für die Technik, für die Prozesse, dort tief in das operative Geschäft involviert zu sein. Und zusätzlich übergeordnet im Volkswagen-Konzern richtige, strategische Entscheidungen zu treffen."
Wie lange Blume an beiden Chefposten festhalten will, ließ er aber offen: "Ich habe immer gesagt: Meine Doppelrolle ist nicht für die Ewigkeit ausgelegt." Den Generationswechsel im Porsche-Vorstand habe man bereits ganz bewusst begonnen. Er sei langfristig vorbereitet gewesen. "Am Ende entscheiden die Aufsichtsräte (...) in der Frage der Doppelrolle."