„Oh Gott, das wollte ich nicht – haben Sie einen Kehrbesen, ich kehre die Scherben auch zusammen?!“ Die Besucherin ist untröstlich – war wirklich ein Versehen, dass die Flasche zu Bruch gegangen ist. Aber Michael Hofmann schmunzelt nur, denn die grünen „Scherben“ auf dem Boden werden niemanden verletzen: „Ist nur Zucker: Mit diesen Flaschen kann man zum Beispiel Kämpfe simulieren.“ Und zum Beweis nimmt er eine Scherbe in den Mund und kaut genüsslich drauf rum – lecker, süß! „Man könnte die Flaschen tatsächlich auch selbst herstellen, aber das wäre ein enormer Aufwand. Also kaufen wir sie ein“, erklärt der Mann von der Requisite. Da die Dinger teuer sind – etwa 30 Euro pro Zucker-Flasche – dürfen die Schauspieler aber erst ab den Hauptproben damit hantieren: In früheren Proben-Stadien müssen sie einfach so tun, als ob sie dem Bühnen-Kontrahenten eine Flasche über den Schädel ziehen wollen, Action-Filme lassen grüßen. Derart anschaulich und ganz direkt erklärt worden ist am Sonntag eine Vielzahl an Theater-Geheimnissen. Und das Haus war voll.