Volleyball 3. Liga VGF verdient sich Respekt vom Ligaprimus

Wolfgang Fleischer

Nuancen entscheiden die Spitzenpartie zwischen Marktredwitz und Eltmann. Trotz der 1:3-Niederlage ist VGF-Trainer Jan Liebscher stolz auf seine Truppe. Lob kommt auch vom Gegner.

Der Volleyball-Drittliga-Gipfel erfüllte restlos alle Erwartungen. Allein die 91 Minuten reine Spielzeit verdeutlichen: Die VGF Marktredwitz und Spitzenreiter VC Eltmann schenkten sich nichts in diesem Kräftemessen (1:3), das spannend und mitreißend verlief. „Wir mussten absolut an unser Limit gehen“, sagte Gästecoach Christian Kranz, der von dem „hohen Spielniveau“ schwärmte. Marktredwitz sei „superstark“ auf allen Position besetzt, lobte der Trainer des Aufstiegsanwärters. Es sei immer wieder „geil“ diese Atmosphäre in dieser Halle genießen zu dürfen. „Ich glaube, morgen habe ich einen Tinnitus.“ Sobald sein Team auch nur etwas nachgelassen hat, kam es wie im dritten Satz, sofort in Schwierigkeiten.

„Ich bin megastolz auf meine Truppe“, lobte VGF-Trainer Jan Liebscher dann auch zu Recht seine Schützlinge. Das Duell des Zweiten gegen den Ersten unterschied sich nur aufgrund von Nuancen. Ein paar kleine Flüchtigkeitsfehler in der Annahme mehr auf Seite der Hausherren und zumindest ein, zwei fragwürdige Entscheidungen der mitunter überforderten Hauptschiedsrichterin gegen die VGF machten den klitzekleinen Unterschied. Die Kontrahenten gaben von der ersten Minute an Vollgas, beeindruckten mit langen Ballwechseln und zogen so die euphorisch mitgehenden Zuschauer in ihren Bann. Absolut schade, dass aufgrund der Brandschutzbestimmungen nur 125 Fans diesem sportlichen Leckerbissen beiwohnen durften. Allein vier Mal hintereinander stemmten sich die Hausherren mit gekonnten Zweierblocks den mit Gardemaß ausgestatteten Angreifern des Titelfavoriten entgegen, ehe der dann doch den ersten Punkt einfahren durfte. Alle Sätze, bis auf den von der VGF souverän gewonnen dritten Durchgang, als sie ihren Sieben-Punkte-Vorsprung (11:4, 13:6, 17:10) vehement verteidigte, entschieden sich erst in der Schlussphase. „Ein würdiges Spitzenspiel mit einem Wahnsinnstempo“, waren sich später beide Trainer einig. Wucht und Tempo hätten auch Zweitliga-Ansprüchen genügt, wie nach dem Abpfiff von mehreren Seiten zu hören war.

Eltmann kommt die Bredouille

In Durchgang eins führte die VGF noch mit 23:22, ehe Eltmann seinen ersten Satzball hatte, die Hausherren aber zum 24:24 ausglichen. Bei 24:25 blockte Tomas Houda den gegnerischen Angriff, doch die Unparteiische wollte ein Übergreifen am Netz gesehen haben. Das sorgte für große Proteste sowohl vonseiten der VGF als auch deren Anhang. Im zweiten Satz hatten sich die Gemüter wieder einigermaßen beruhigt. Marktredwitz baute allerdings nach 18:16-Führung zum Ende konzentrationsmäßig etwas ab, blieb aber bis zum 21:22 auf Tuchfühlung. Den bereits erwähnten dritten gewann sie in beeindruckender Manier. Leichte Unruhe breitete sich auf der Bank der Eltmänner aus, als Liebschers Jungs im vierten Durchgang mit sensationellen Blocks auf 5:1 und 9:5 davoneilten. Sollten sie die Partie doch drehen? Trotz Ausgleich (10:10) der Gäste blieb es weiter spannend bis zum 17:18, ehe sich der Tabellenführer auf 17:22 vorentscheidend absetzte und seinen ersten Matchball verwandelte.

Liebscher durfte sich trotzdem mit seiner Mannschaft minutenlang vom Publikum feiern lassen für eine Drittliga-Vorrunde, die so keiner auf der Rechnung hatte. Das abschließende Spiel beim Schlusslicht in Oelsnitz nächsten Samstag bleibt ohne tabellarische Bedeutung. Am 14. Januar startet in der MAKarena die Aufstiegsrunde – die Gegner stehen mit Grafing, Friedberg und den Donauvolleys aus Regensburg fest. Aufsteigen wollen und können die Marktredwitzer nicht – aber die Großen ärgern definitiv.

VGF Marktredwitz: Soderer, Bergmann, Ja. Lindner, Ja. Liebscher, Zakovsky, Houda, Wenisch, Schwinger, Weber, Zusann, Jo. Lindner, Tiepner.

Schiedsrichter: Cathleen Kasperl (Georgenthal), Emilija Ivic (Schwandorf). – Zuschauer: 125 (ausverkauft). – Sätze: 24:26, 21:25, 25:19, 20:25. – Spielzeit: 91 (25/21/23/22) Minuten.

 

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