Volleyball Big Points für die VGF

War in Jena glänzend aufgelegt: Paul Soderer Foto:  

Die Marktredwitzer Volleyballer setzen sich in Jena nach einer chaotischen Anreise und einem nervenaufreibenden Spiel mit 3:2 durch. Sie wahren ihre Chance auf die Playoffs.

Jena/Marktredwitz - Es war zunächst einmal eine chaotische Anreise für die VGF Marktredwitz ins nicht weit entfernte Jena. Die Vollsperrung der A93 bei Wunsiedel war noch kein Problem. Die Totalsperre auf der A9 bei Rudolphstein wurde dann jedoch sehr nervenaufreibend. Sage und schreibe 90 Minuten stand die Mannschaft im Stau und sah ihre Felle schon davonschwimmen. Doch ein Anruf beim VSV Jena genügte, um den Spielbeginn 45 Minuten nach hinten zu verlegen. „Hier geht ein riesengroßes Dankeschön an die Thüringer, die uns die volle Einspielzeit zugestanden haben. Das hätte vor dem Hintergrund der Brisanz der Partie auch ganz anders laufen können. Es war superfair“, lobte VGF-Kapitän Kapitän Jan Liebscher den Gastgeber. Dass es dann auch noch ein langer und anstrengender Abend werden würde, ehe der 3:2-Sieg feststand, konnte zu diesem Zeitpunkt keiner voraussehen.

Die zweite schlechte Nachricht hatte die VGF dagegen schon erreicht: Tomas Houda, der im Hinspiel die Partie fast im Alleingang entschieden hatte, musste verletzungsbedingt passen. So ging der Start erst einmal in die Hose. Jena euphorisiert vom Sieg am Vortag gegen den VC Zschopau, wollte die letzte Chance auf die Playoffs am Schopf packen und zeigte das gleich einmal mit dem ersten Angriffsschlag. Krachend donnerte der Außenangreifer das erste Zuspiel auf die Linie und setzte eine erste Duftmarke. Doch das beeindruckte die Marktredwitzer nicht. Sie waren fest entschlossen, sich eine optimale Ausgangssituation für den Rest der Saison zu schaffen. Trainer Jan Liebscher predigte gebetsmühlenartig, mit viel Geduld an die Aufgabe heranzugehen. Und er sollte Recht behalten. Etliche ellenlange Ballwechsel folgten in den anschließenden fünf Sätzen und sorgten so für ein Marathonmatch.

Nach verlorenem ersten Satz ging die VGF unbeirrt in Durchgang Nummer zwei, führte zur Satzmitte mit 17:10 und bekam zum Ende hin dann doch noch das große Zittern. Plötzlich war Jena bei 22:20 wieder dran und bekam fast Oberwasser. Doch die angesprochene Geduld sorgte am Ende dafür, dass der Satzausgleich eingetütet werden konnte. Besonders erfreulich: Paul Soderer rief endlich wieder eine gute Leistung ab und wurde so zum wichtigen Punktegaranten.

Der dritte Satz schien eine Kopie des zweiten zu werden. Die VGF führte schon 12:8 und bekam dann das große Zittern, kassierte drei Punkte in Folge, um sich dann mit 22:18 abzusetzen. Doch plötzlich stand es wieder 22:21, und Jena setzte zum Überholen an. Doch die Fichtelgebirgler blieben geduldig, holten sich zwei Satzbälle bei 24:22 und verwandelten den zweiten zur 2:1-Satzführung.

Doch dann war der Spielfluss wie abgeschnitten. Die VGF lag schnell mit 0:4 zurück und rannte dem Rückstand lange hinterher. Doch plötzlich ging bei Jena das große Zittern los. Bei 23:23 war der Ausgleich geschafft. Max Schwinger und Paul Soderer verpassten es, den ersten Matchball für die VGF zu holen. Die beiden Angriffe gingen knapp ins Aus oder in den Block, sodass Jena den Satz mit 26:24 für sich entschied.

Im Tie-Break führte die VGF mit 3:0, ehe sie mit 4:7 in Rückstand geriet. Es schien, als würde der Gastgeber auf die Siegerstraße einbiegen. Doch dann kam Jan Liebscher zum Aufschlag. Ein Ass und mehrere starke Blocks sorgten dafür, dass der Kapitän erst wieder bei einer 10:7-Führung den Aufschlag verließ. Diesen Vorsprung ließ sich Marktredwitz nicht mehr nehmen und beendete mit einem Block die Partie nach 130 Minuten.

Was dieser Sieg bedeutet, zeigte sich beim Blick auf die anderen Partien. Jena und Zirndorf können die Playoffs nicht mehr erreichen. Die VGF hat weiter diese Möglichkeit, ist jedoch auch von den Ergebnissen des VC Zschopau abhängig, der kommenden Samstag in der MAKarena aufläuft. Mit einem Sieg würde Marktredwitz die Playoff-Chance wahren, mit einer Niederlage ginge es in die Playdowns.

VGF: Jan und Joschi Liebscher, Janek und Jonas Lindner, Soderer, Kust, Schwinger, Zakovsky, Wenisch, Houda.

Sätze: 2:3 (25:22, 20:25, 23:25, 26:24, 10:15) . – Spielzeit: 130 Minuten (21/25/29/27/28). red

Autor

 

Bilder