Volleyball VGF unter Wert besiegt

Peter Perzl
Überzeugt auf Anhieb: Niklas Weber präsentierte sich absolut verlässlich in Abwehr und Annahme. Foto: /Peter Perzl

Der Marktredwitzer Drittligist lässt drei Satzbälle in Durchgang eins ungenutzt. Jan Volleyballer gefallen trotz der 1:3-Niederlage beim Leipziger Zweitliga-Absteiger.

Schade, ein bisschen mehr – vielleicht sogar ein Punktgewinn – wäre drin gewesen für die Drittliga-Volleyballer der VGF Marktredwitz am Sonntag in Leipzig. Trotzdem durften sie nach der 1:3 (24:26/20:25/25:21/16:25)-Niederlage vor 150 Zuschauern bei den L.E. Volleys erhobenen Hauptes das Spielfeld verlassen, hatten dem hohen Favoriten zumindest einen Satzgewinn abgetrotzt.

Wer weiß, wie der Saisonauftakt verlaufen wäre, hätten Jan Liebschers Jungs nach verheißungsvollem Auftakt den ersten Durchgang für sich eingetütet. Er wäre verdient gewesen! Fünf Punkte betrug der Vorsprung (22:17, 23:18) zwischenzeitlich bereits. Bei 24:21 besaßen die Gäste sogar drei Satzbälle. „Wir haben’s in der Phase einfach taktisch nicht gut gemacht“, bedauert der Marktredwitzer Spielertrainer, „haben es zu oft über die Mitte probiert, obwohl es genau da mit dem Spielverständnis noch gehapert hat.“

Und so schafften es die bis dahin doch ein wenig verdutzt dreinblickenden langen Kerls des Zweitliga-Absteigers tatsächlich noch, das Ding zu drehen. „Das war natürlich Mist“, macht Liebscher aus seinem Herzen keine Mördergrube. Insgesamt sei er trotzdem mit der Leistung seines zwölfköpfigen Kaders – nur Max Schwinger hat gefehlt – „zufrieden“ gewesen. „Das hat schon richtig rund ausgesehen, war sehr ordentlich und diszipliniert“, meint Liebscher, der alle Aktiven zum Einsatz brachte und nun hofft, dass in den nächsten Spielen bei klaren Führungen nicht das Kopf-Kino angeht. Annahme und Abwehr hätten funktioniert und kein Spieler sei abgefallen. Zudem sei einer auf der Diagonalposition über allen anderen gestanden: „Paul (Soderer; d. Red.)) war unser mit Abstand Bester.“ Was den Trainer natürlich mächtig freut, da dem 23-Jährigen auch in Zukunft in den ganz wichtigen Partien im Abstiegskampf eine zentrale Rolle zukommt. Ebenfalls überzeugend: Niklas Weber. Der 20-jährige Neuzugang aus Bayreuth präsentierte sich absolut verlässlich in Abwehr und Annahme.

Der Verlust des zweiten Satzes, in dem sich die VGF auch permanent im Rückstand sah und nur kurzzeitig mal auf 12:15 verkürzen konnte, sei letztendlich eine Folge des unglücklich verlorenen ersten gewesen, meint der Trainer. Alle Hemmungen abgeschüttelt habe sein Team dann im dritten Durchgang, als es seine schnelle Drei-Punkte-Führung (3:0) hartnäckig verteidigte, nicht einmal locker ließ, auf 21:17 stellte und gleich den ersten Satzball verwandelte. Nach gutem Beginn im vierten (3:0) war die Messe dann allerdings bei 7:8 aus VGF-Sicht schnell gelesen. Die Sachsen drehten auf einmal mächtig auf und ließen dem Gast keine Möglichkeit mehr, noch einmal Oberwasser zu bekommen.

Trotz der Niederlage nahm Jan Liebscher viel Positives mit zurück ins Fichtelgebirge: Seine Truppe habe dagegengehalten, sich nie hängen lassen und gegenseitig unterstützt. Und Leipzig, das fünfmal in der Woche trainiert, habe ganz andere Ansprüche. „Nur das Ergebnis hat halt nicht gepasst“, erklärt der Trainer. Vorrangigste Aufgabe sei es nun, am Verständnis zwischen dem neuen Spielmacher Viktor Bergmann und den beiden Mittelblockern Janek Lindner und Petr Zakovsky zu feilen und diese über weite Strecken ansprechende Leistung in zwei Wochen im Heimspiel gegen den TSV Zirndorf in der MAK-Arena zu bestätigen.

 

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