Volltreffer Köhlers Tor zum Bayern-Treffer des Monats nominiert

Schussstark ist Stephanie Köhler (links). Mit ihrem Tor für den FFC Hof gegen Theuern ist sie zum Bayerntreffer des Monats nominiert. Foto: /Michael Ott

Beim FFC Hof läuft es ­derzeit: Erst die Bayernliga-Tabellenführung – und nun das: Stephanie Köhlers Traumtor steht zur Abstimmung zum Bayerntreffer des Monats.

Hof - Wenn man sich zwischen zwei Alternativen nicht entscheiden kann, dann macht man eben beides. Dies hat jedenfalls Stephanie Köhler Anfang September beim Spiel des FFC Hof in der Bayernliga der Frauen gegen den TSV Theuern getan: Als sie mit Ball am Fuß von der Außenlinie in Richtung Strafraum marschierte, hörte sie von draußen die Anweisungen des FFC-Trainerduos. „Einer hat gerufen: ‚Schieß’“, erinnert sie sich, „der andere wollte, dass ich weitergehe.“ Ihre Entscheidung: „Ich habe einfach beides gemacht.“ Sie ging noch ein paar Meter und hielt dann einfach mal drauf. Der Rest ist Geschichte: Der Ball landete wie eine Bogenlampe über der Gäste-Keeperin im Netz. Ein Traumtor. So schön, dass der Bayerische Rundfunk und der Bayerische Fußballverband das Tor nun für die Abstimmung zum „Bayerntreffer des Monats“ nominiert haben.

Obwohl Köhler eine Spielerin ist, die auch mal aus der Distanz draufhält, war es reiner Zufall, dass überhaupt die breite Öffentlichkeit vom Tor erfahren hat. Zufällig filmte ein Zuschauer genau diese Aktion – und stellte sie anschließend dem Verein zur Verfügung. „Im Spiel habe ich es gar nicht so mitbekommen“, sagt Köhler. „Aber nach dem Spiel haben mich die Fans darauf angesprochen – und ich war auch ganz perplex, dass es das Video vom Tor gibt.“ Umso besser, denn nun könnte sie sogar bayernweit ganz vorn landen. Doch die Konkurrenz ist stark. „Letztlich entscheiden die Geschmäcker“, sagt die Kulmbacher Kunstschützin. „Aber das erste Tor mit dem Solodribbling zeigt schon die individuelle Klasse. Das sehe ich auch ganz weit vorn.“ Und sich selbst? „Ich hoffe auf den Frauenbonus im Kopf-an-Kopf-Rennen“, sagt Köhler und bittet alle, an der Abstimmung teilzunehmen.

Sahnehäubchen auf eine gute Saison?

Denn ein Sieg wäre für sie ein „Sahnehäubchen“ auf eine bislang hervorragend verlaufene Saison. Der FFC steht derzeit an der Spitze der Bayernliga. „Das fühlt sich natürlich richtig gut an und wenn wir unsere Serie beibehalten, dann können wir auch im vorderen Mittelfeld landen“, sagt Köhler. Denn: „Die Tabelle steht ja im Vergleich zu den Vorjahren auf dem Kopf.“ Ein Grund dafür aus ihrer Sicht ist, dass die Entscheidung auf der Trainerposition passt: Denn die beiden Trainer Sascha Zahr und Martin Schubert tragen das FFC-Gen.

Genau wie Stephanie Köhler, die zwischenzeitlich für den 1. FC Nürnberg gespielt hat. „Damals war mir klar: Wenn es in Nürnberg nicht funktionieren sollte, dann komme ich zurück zum FFC.“ Im Sommer 2019 kehrte die heute 20-Jährige nach Hof zurück – und hat sich seitdem zu einer Führungsspielerin im jungen Kader der Hoferinnen entwickelt. „Ich sehe mich als Bindeglied zwischen den jüngeren Spielerinnen und den älteren.“ Mittlerweile ist sie auch Mitglied im Mannschaftsrat.

Emotionaler Moment

Die Entscheidungen der letzten Monate geben dem FFC recht: Der Erfolg ist zurück. „Der FFC gehört nicht dahin, wo wir letztes Jahr standen“, betont Köhler, die eben auch in ihren Schuss ins Toreck die Wut über die Misserfolge der Vorsaison gepackt hatte. „Ich wollte unbedingt das wichtige 2:0 vor der Pause nachlegen und habe so viele Emotionen mit in den Schuss gesteckt.“ Trotzdem sei sie auch selbst überrascht gewesen, als sich der Ball dann ins Tor senkte. „Etwas perplex war ich schon“, sagt sie.

Autor

 

Bilder