Es sind ehemalige Industriebauten wie die Glasschleif in Marktredwitz, Gasthäuser wie der „Goldene Löwe“ in Kirchenlamitz, sakrale Gebäude wie die Evangelische Kirche in Selb-Erkersreuth oder Wohnhäuser, deren Erhaltung auf 183 Seiten in dem Buch gewürdigt wird.
Die Restaurierungsarbeiten
In einem Podiumsgespräch unterhielten sich anschließend Katrin Gentner und Enrico Santifaller mit drei Denkmalschützern über deren Intentionen und Erfahrungen bei den Restaurierungsarbeiten. Mit auf dem Podium saßen Gerhard Wilhelm aus Hohenberg, Vorsitzender des Fördervereins zur Restaurierung des „Milchhofes“, der Thiersheimer Architekt Gerhard Plass und Thomas Geißendörfer aus Kaiserhammer.
Für Geißendörfer, im Hammerwerk in Kaiserhammer geboren, ist das historische Gebäude ein Stück Familiengeschichte. Das Gebäude, mit Kachelöfen beheizt, war früher im markgräflichem Besitz und wurde später als Wohngebäude ausgebaut, um die Erhaltung zu finanzieren.
Architekt Plass schilderte die Geschichte des Wölsauer Herrenhauses, im Jahr 1882 von Benedikt von Glass erbaut. In sehr schlechtem Zustand gekauft, restaurierte er das Haus bis zum Jahr der Gartenschau im Jahr 2006 mustergültig. Genutzt wird es bis heute als Café.
Der „Milchhof“
Gerhard Wilhelm, Nachfolger des verstorbenen Karl Lippert als Vorsitzender des 40 Mitglieder zählenden Fördervereins, ging auf die Historie des alten Hohenberger Forsthauses ein. Das historische Gebäude, als Forsthaus gebaut, verfallen und inzwischen als „Milchhof“ bekannt, weil dort später vor allem Milch angeliefert wurde, ist zu einem Schmuckstück an der Hauptstraße in Hohenberg restauriert und in diesem Jahr eingeweiht worden.
Einen großen Teil des Eigenanteils bei der Finanzierung leisteten die Mitglieder mit ihrem Arbeitseinsatz. Heute wird in dem Gebäude unter anderem die interessante und wechselhafte Geschichte an der Grenze dokumentiert.
Eine Liebe zu dem historischen Gebäude war es auch, die die Villa Weiß in Helmbrechts – Ursprung im Jahr 1680 – in ein viel besuchtes Boutiquehotel verwandelte. Die einstige Villa des Textilunternehmers Christoph Friedrich Weiss ging im Jahr 2014 an die Hoteliersfrau Daniela Haslberger. Prächtigster Raum des Gebäudes, schildert Architekt Bernd Hüttner, der für die Restaurierung verantwortlich ist, ist das „Hochzeitszimmer“. In dem Raum, heute auch für Konzerte und Treffen genutzt, können sich auch heute noch Paare trauen lassen.
Das Alte Bäderhaus
Landrat Peter Berek, früherer Bürgermeister in Bad Alexandersbad, berichtete von der Geschichte des Alten Bäderhauses, in dem 1839 die erste Kalt-Badeanstalt Bayerns untergebracht war. Und das Bad und seine Anwendungen bestimmten auch die Geschichte des ganzen Ortes. Wobei das Alte Bäderhaus eigentlich sogar wegen eines Hotel-Neubaus abgebrochen werden sollte.
Als aber 1988 das verfallene Gemäuer zur Versteigerung stand, habe der damalige Gemeinderat unter Bürgermeister Ulrich Lempart zugegriffen und es gekauft. Schwer getroffen wurde das Bad vom Rückgang der Badeaufenthalte. So diente das Bäderhaus unter anderem als Rathaus, Jugendherberge und Kindergarten.
Inzwischen ist es in den Besitz der Brigitte und Berthold-Hollering Stiftung Filumi übergegangen. Die Stiftung baut das Gebäude gerade für die Zwecke eines osteopathischen Kinderzentrums, das der Behandlung von Kindern nach einer Krebserkrankung dienen soll, um.