Der 29. Dezember 1989 ist winterlich trüb – und frostig kalt: Eine Handvoll Reiter startet vormittags in Haidt bei Hof nach Plauen. Rund 30 Kilometer auf dem Rücken der Pferde – aber 100 Meter fehlen. Denn über die Grenze selbst dürfen sie nicht reiten: „In Ullitz mussten wir die Pferde in einen Hänger zu laden und über den Grenzübergang rollen“ – so erinnert sich Wilfried Anton (84), der ehemalige Intendant der Hofer Symphoniker und damals einer der Reiter, an das skurrile Geschehen. „Die Aktion dauerte fast zwei Stunden und war kein Vergnügen bei 16 Grad Frost.“