Von Hof nach Selbitz Tröger investiert zehn Millionen Euro

Die Tröger-Gruppe hat ihre neue Firmenzentrale in Selbitzer Industriegebiet direkt an den Autobahnen auf einer Fläche von 33 000 Quadratmetern. Foto: /Robert-Tröger-KG

In Selbitz hat die Trögergruppe eine neue Firmenzentrale gebaut. Das Unternehmen ist seit 133 Jahren in Familienhand und der älteste MAN-Vertragspartner weltweit.

Selbitz-Sellanger/Hof - Das Familienunternehmen Robert Tröger KG blickt auf eine 133-jährige Geschichte zurück. Nach 64 Jahren am Standort Hof in der Ernst-Reuter-Straße bricht nun für die Tröger-Gruppe nun eine neue Ära an, wie die Geschäftsführer Andreas Tröger und Ute Tröger-Hubert sagen: Die Firmenzentrale des weltweit ältesten MAN-Servicepartners ist in das Selbitzer Industriegebiet im Ortsteil Sellanger direkt an den Autobahnen 9 und 72 umgezogen. Das Unternehmen, das etwa 150 Mitarbeiter an sechs Standorten beschäftigt, davon 42 in Selbitz, ist seit 102 Jahren Service-Partner des renommierten Nutzfahrzeuge-Herstellers.

Firmenchef Andreas Tröger ist stolz darauf, dass er und seine Cousine Ute Tröger-Hubert das Unternehmen in der vierten Generation fortführen. „Mit meinem Sohn Tim ist auch die fünfte Generation gesichert.“

Der Ursprung des Familienunternehmens liegt im Jahr 1888, als Johann Tröger in Hof mit einer Schlosserwerkstatt begann. Schmunzelnd deutet Andreas Tröger auf einen Beitrag im aktuellen Firmen-Magazin, der darüber berichtet, dass der Firmengründer im Jahr 1919 das erste Fahrzeug, einen 3,5-Tonnen-Kettenwagen, an die Brauerei Scherdel verkaufte. „Es war zwingend notwendig geworden, unseren Standort Hof zu vergrößern, wir sind aus allen Nähten geplatzt“, begründet der Geschäftsführer den Neubau in Selbitz, für den die Tröger-Gruppe etwa zehn Millionen Euro investiert hat. „Wir haben die Fläche des Firmensitzes mit dem Umzug nach Selbitz verdreifacht, auf 33 000 Quadratmeter.“

Zusammen mit Juniorchef Tim Tröger beschreibt er die Vorzüge des neuen Standorts: „Wir liegen direkt an zwei Autobahnen mit hohem Verkehrsaufkommen. Das hat zur Folge, dass sich insbesondere die ‚Laufkundschaft‘ erhöht hat.“ Damit bezeichnen die Trögers die Trucker, die an Selbitz vorbeifahren und schon von der Autobahn aus sehen, dass hier ein neuer MAN-Stützpunkt ist. Beschwichtigend hebt Andreas Tröger die Hände und betont, „dass wir auf keinen Fall unseren treuen Stammkunden weniger Service bieten“. Die Fahrzeuge von Unternehmen aus dem südlichen Bereich von Hof müssten jetzt zwar für ihre Werkstattbesuche 20 Minuten länger und 15 Kilometer weiter fahren, „die meisten haben jedoch schnell erkannt, dass wir in unseren größeren Werkhallen optimalen Service für die Fahrzeuge bieten können“.

Die Werkstatthalle, das Herzstück des neuen Betriebs, ist mit neuester Technik ausgerüstet. Sie ist 84 Meter lang und 32 Meter breit. Neben einer modernen Waschhalle, einer großzügigen Fläche für den Reifenservice und einem Showroom zur Präsentation neuer Fahrzeuge haben die Trögers ein dreigeschossiges Firmengebäude mit einer Fläche von 3200 Quadratmetern gebaut.

Ein wenig Sorgen bereitet der Fachkräftemangel, der das Kfz-Handwerk wie die meisten Handwerksbranchen enorm belaste. „Wir suchen dringend bis zu fünf ausgebildete Mechatroniker. Die Resonanz auf Anzeigen ist verschwindend gering“, sagt Andreas Tröger, der als Obermeister der oberfränkischen Kfz-Innung die Situation gut kennt. „Wir bilden zurzeit in Oberfranken 1180 junge Menschen zu Kfz-Fachleuten aus, auch bei uns im Betrieb sind immer bis zehn Lehrlinge.“

Mit Blick in die Zukunft rechnet Andreas Tröger damit, dass die Diesel-Technik noch einige Jahre im Schwerlastverkehr zum Einsatz kommt. „Aktuelle Dieselmotoren sind schon lange nicht mehr die Umweltverpester wie früher.“ An die Entscheider in der Politik richtet Tröger den Appell, mehr Energie und Unterstützung in die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe zu investieren. „Damit könnte die Übergangsphase vom Vebrennerantrieb zu Fahrzeugen mit neuer umweltfreundlicher Technik gut überbrückt werden.“

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