Von Montag an in den Apotheken: Ansturm auf die Zertifikate

Die neue Cov-Pass-App ist ein digitales Impfzertifikat. In den Apotheken können Menschen, die vollständig gegen Covid 19 geimpft sind, den Nachweis erhalten. Foto: dpa/Soeren Stache

Einmal mehr springen Apotheken ohne viel Vorbereitung quasi über Nacht in die Bresche. Erst die Verteilung der Masken, dann die Schnelltests und jetzt sind es die digitalen Impfzertifikate. An diesem Montag geht es los.

Kulmbach/Stadtsteinach - Einmal mehr springen die Apotheken ohne viel Vorbereitung quasi über Nacht in die Bresche. Erst die Verteilung der Masken, dann die Schnelltests und jetzt sind es die digitalen Impfzertifikate. Es sei schon eine Erkenntnis aus der Corona-Krise, sagt Dr. Hans-Peter Hubmann, dass die Apotheker schnelle Lösungen für die aktuellen Probleme bieten. Der Vorsitzende des Bayerischen Apothekerverbandes und Sprecher der Apotheker im Landkreis Kulmbach hofft, dass sich viele seiner Kollegen an der neuen Aktion beteiligen werden. Von diesem Montag an kann sich jeder, der schon den vollständigen Covid-19-Impfschutz hat, in Apotheken einen digitalen Corona-Impfpass ausstellen lassen.

Die Apotheken in der Region gehen von einer großen Nachfrage aus. In der Frankenwald-Apotheke in Stadtsteinach haben in der vergangenen Woche schon mehrere Kunden nachgefragt, ob sie bereits das digitale Zertifikat erhalten können. Doch auch in Stadtsteinach geht es erst an diesem Montag los. Vorausgesetzt, die Registrierung und die Freischaltung hat geklappt.

Das ganze Vorhaben sei mit heißer Nadel gestrickt. In den vergangenen Tagen gab es noch eine Reihe von Unklarheiten, heißt es in der Frankenwald-Apotheke. Ob sich alles gut umsetzen lässt, müsse sich nun erst zeigen. Trotz der möglichen Schwierigkeiten wollen Apotheken-Inhaberin Dr. Olga Pauls und ihr Team den Service gerne anbieten.

Auch Apothekerverbandsvorsitzender Hubmann glaubt, dass die Bereitschaft seiner Kollegen hoch sein wird. Es gab offenbar einen hohen politischen Druck, dass die digitalen Zertifikate rechtzeitig vor dem Beginn der Urlaubszeit fertig werden. Mit dem Nachweis über die App soll das Reisen einfacher und bequemer werden.

„Wir appellieren an die Kunden, dass nicht alle am Montagvormittag kommen“, sagt Hubmann. Das sei wichtig, um mit dem möglichen Ansturm klar zu kommen.

In der Apotheke im Einkaufszentrum „Fritz“ ist an einer der Kassen das notwendige System installiert worden. Von dort werden die Daten über die neue Funktion am Computer eingeben und an das Robert-Koch-Institut übermittelt. Nach der Prüfung, wenn alles korrekt ist, wird ein Code erstellt. Dieser kann vom Kunden entweder mit dem Smartphone eingescannt und in die App übertragen werden, damit der digitale Impfnachweis funktioniert. Oder der Kunde erhält den Zettel mit dem ausgedruckten QR-Code als vorzeigbaren Nachweis. „Das ist für Leute ohne Smartphone gedacht“, erklärt Hubmann.

Jeder, der sich einen digitalen Impfpass ausstellen lassen will, muss den Personalausweis oder Reisepass und seine Impfunterlagen dabei haben.

Das flächendeckende Netz der Apotheken sei geeignet, um Aktionen wie den digitalen Impfpass schnell umzusetzen. Bei den Freiberuflern gibt es kurze Wege und schnelle und lösungsorientierte Entscheidungen, betont der Verbandsvorsitzende.

Gleichzeitig bieten die Apotheken weiterhin die Gratis-Schnelltests an. Vor knapp drei Monaten ist die Möglichkeit geschaffen worden, dass sich alle Bürger dort testen lassen können. Zu Beginn war die Nachfrage sehr hoch. Weil mittlerweile mehr Menschen geimpft sind und die Inzidenzwerte sinken, hat auch die Testhäufigkeit nachgelassen. In Kulmbacher Apotheken ist die Zahl der täglichen Tests im Vergleich zum März um etwa zwei Drittel gesunken.

Auch die Nachfrage nach dem digitalen Impfnachweis wird irgendwann wieder abebben. Zunächst bitten die Apotheker um Geduld. In den ersten Tagen werde die Zahl der Apotheken, die das Angebot machen, wahrscheinlich noch begrenzt sein, heißt es vom Deutschen Apothekerverband. Es werde aber davon ausgegangen, dass die Zahl der Apotheken sehr schnell im vierstelligen Bereich liegt. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte die Bürger gebeten, nicht schon gleich am Montag in die Apotheke zu gehen, um sich den digitalen Impfpass abzuholen.

 

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