Präzisionsschützen im Einsatz
„Da sind heute Präzisionsschützen am Werk, die von zwei oder drei Standorten genau zum gleichen Zeitpunkt das zwei Euro große Stammhirn ins Visier nehmen, um auszuschließen, dass nicht doch noch irgendeine Reaktion erfolgt“, erläutert der ehemalige Bonner Polizeipräsident Kniesel.
In München absolvierten damals Hobby-Jäger unter den Polizisten noch rasch ein Schießtraining in einer Kiesgrube, weil außer ihnen niemand mit einem Gewehr umgehen konnte. Die Geisel starb dennoch, getroffen von fünf Kugeln, mutmaßlich auch abgegeben vom Geiselnehmer in seinen letzten Zuckungen.
Dabei gab es vorher mehrere Sekunden lang eine ideale Möglichkeit, den alleine zum Auto laufenden Rammelmayr zu treffen. „Es ist ja erst geschossen worden, als der Täter schon im Fahrzeug sitzt, das ist eindeutig zu spät gewesen“, urteilt Feltes. Deshalb sei auch die Geisel gestorben, „da spielt es keine Rolle, ob durch Schüsse der Polizei oder durch Schüsse des Geiselnehmers“.
Grund für die Verzögerung waren wohl die Abläufe beim Erteilen des Schießbefehls. Auch diese sind heute anders geregelt. Und heute würde, so betont Feltes, ein Scharfschütze den Befehl verweigern, wenn er eine Gefahr für die Geisel erkenne. „Das war damals nicht denkbar.“