Experte: Trump- und Wechselwähler könnten beeinflusst werden
Historiker Dallek, der auch Wahlkämpfe untersucht, geht davon aus, dass die Warnung vor einer angeblichen kommunistischen Bedrohung Trumps Kernwählerschaft mobilisieren könnte. "Manchmal gehen Trump-Wähler nicht zur Wahl, wenn er nicht auf dem Stimmzettel steht", sagt er über den US-Präsidenten. Dallek hält es für möglich, dass Trump-Anhänger sich entscheiden, wählen zu gehen, weil sie befürchten, dass ein "Kommunist" oder "Sozialist" gewinnen werden könnte.
Bei den Wahlen Anfang November wird das gesamte Repräsentantenhaus und rund ein Drittel des Senats neu gewählt. Aktuell halten Trumps Republikaner in beiden Parlamentskammern knappe Mehrheiten. Sollte sich das auch nur in einer der Kammern ändern, können Demokraten Gesetzesvorhaben blockieren und Trumps Regierung mit Ermittlungen in Ausschüssen unter die Lupe nehmen.
Was ist wichtiger: Angst vor Kommunismus oder hohe Benzinpreise?
Experte Dallek verweist neben Trump-Anhängern noch auf eine zweite Gruppe, die die Strategie möglicherweise beeinflussen könnte: Wechselwähler. Ihre von beiden großen Parteien umkämpften Stimmen sind oft die, auf die es am Ende ankommt. Das Etikett "Kommunist" könnte einige von ihnen dazu bewegen, sich gegen die Demokraten zu entscheiden, um kein Risiko einzugehen.
Trump will mit seiner Strategie Kritikern zufolge auch von eigenen Problemen wie seinem unpopulären Iran-Krieg, seiner umstrittenen Zollpolitik und der hohen Inflationsrate ablenken. Für die infolge des Iran-Kriegs deutlich höheren Benzinpreise, auf die viele Wähler sehr genau gucken, dürfte Trump jedenfalls kaum das Feindbild Kommunismus verantwortlich machen können.